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5: Jesus Christus - unser Mittler bei Gott

Jesus Christus - unser Mittler bei Gott

Nach seiner Auferstehung blieb Jesus noch vierzig Tage bei seinen Jüngern. Er beauftragte sie, in aller Welt das Evangelium zu verkündigen und alle Menschen zu Jüngern zu machen (Mk 16,15; Mt 28,16-20). Er versprach ihnen, mit dem Heiligen Geist getauft zu werden und fuhr leiblich und sichtbar in den Himmel auf (Apg 1,1-11). Die verheißene Sendung des Heiligen Geistes erfolgte zehn Tage später zu Pfingsten (Apg 2,1-4). Sie zeigte, dass Christus erhöht wurde und wieder seine Ehrenstellung als Sohn zur Rechten Gottes einnimmt und gemäß der Vorhersage in Psalm 110,1 regiert (Apg 2,33-36; Phil 2,8-11).

Nachdem der Sohn Gottes als Mensch auf Erden die Reinigung von den Sünden vollbracht hatte, setzte er sich zur Rechten der Majestät im Himmel (Röm 8,34; Hebr 1,3). Dort ist er unser Hoherpriester, d. h. der oberste Mittler, der uns vertritt. Der Ort seiner Tätigkeit ist das Heiligtum im Himmel, wo Gott thront (Hebr 8,1.2). Dort ist Gottes “Regierungszentrum”.

Der Sohn Gottes gab den Israeliten Anschauungsunterricht, damit wir uns eine Vorstellung von seinem Dienst im himmlischen Heiligtum machen können (V. 4.5). Sie bauten auf seine Anordnung ein irdisches Heiligtum (die sogenannte Stiftshütte) nach einem Vorbild, das Mose auf dem Berg Sinai gezeigt wurde (2.Mose 25,8.9.40). Gott wollte darin unter ihnen wohnen.

Das irdische Abbild des Dienstes Christi

Das irdische Heiligtum mit seinem Opfer- und Priesterdienst ist das Abbild oder der Schatten des himmlischen Heiligtums (Hebr 8,5; 9,24; 10,1a) und des Priesterdienstes Jesu gemäß dem Satz: “Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.” An einem Schatten erkennt man nur Umrisse, keine Einzelheiten, denn ein Schatten ist zweidimensional, die Wirklichkeit ist aber dreidimensional. Daher ist das irdische Abbild unvollkommen, es gebraucht Symbole. Wir können daher auch nicht direkt vom irdischen Abbild auf die himmlische Wirklichkeit schließen, sondern müssen dabei die Aussagen der Bibel darüber berücksichtigen. Das wahrhaftige Heiligtum ist z.B. viel größer und herrlicher als das irdische und nicht von dieser Schöpfung. Christus bringt dort auch keine Opfer mehr dar, weil sein Opfer auf Erden ein für allemal genügt (Hebr 9,11.12).

Das irdische Heiligtum bestand aus zwei Abteilungen: dem Heiligen und Allerheiligsten, dem hinteren Teil der Stiftshütte. Beide waren durch einen Vorhang getrennt (Hebr 9,1-3; 2.Mose 26,31-33). Die Wände bestanden aus einzelnen Platten aus Akazienholz, die mit Gold überzogen waren (V.15-30), das Dach aus Teppichen und Tierfellen (V.1-14), der Eingang aus einem gewebten Vorhang an fünf Säulen (V. 36.37). Die ganze Stiftshütte war etwa 5,5 mal 14 Meter groß, das Allerheiligste halb so groß wie das Heilige.

Im vorderen Teil der Stiftshütte befand sich der siebenarmige Leuchter (2.Mose 25,31-39), der Tisch für die Schaubrote (V. 23-30) und der goldene Räucheraltar (Kap. 30,1-10). Im Allerheiligsten befand sich die Bundeslade mit dem sog. Gnadenthron oben drauf (der Darstellung von zwei Cherubim; Kap. 25,10-22; 26,34.35; Hebr 9,3-5). In der Bundeslade befanden sich die zwei Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten, die vom Sohn Gottes eigenhändig geschrieben worden waren (2.Mose 31,18; 5.Mose 10,1-5).

Das Heiligtum besaß auch einen Vorhof, der etwa 46 mal 23 Meter groß war und durch Behänge aus Leinwand begrenzt war (2.Mose 27,9-19). Im Vorhof befand sich der Brandopferaltar aus Akazienholz mit Kupfer überzogen, etwa zweieinhalb Meter breit (V.1-8), das kupferne Waschbecken für Priester (Kap. 30,18-21) sowie Geräte zum Schlachten der Tiere und für den Dienst der Priester. Die Einrichtung des Heiligtums, die Opfer und der Priesterdienst wiesen alle auf Jesus Christus hin und versinnbilden auch den Weg der Erlösung durch ihn (siehe die beigefügte Skizze).

Die Priester brachten täglich zum Zeichen der ständigen Versöhnungsbereitschaft Gottes verschiedene Opfer dar: blutige Tieropfer und unblutige Speise- und Trankopfer (2.Mose 29,38-42). Dazu kamen Brand- (Hingabe-), Dank- und Sündopfer für das ganze Volk oder für einzelne Personen (3.Mose 1-6).

Um Vergebung zu erlangen, musste ein Israelit seine Sünde in Gegenwart des Priesters bekennen und das Tier (eine Ziege, ein Schaf oder zwei Tauben) selbst töten. Der Priester bestrich mit dem Blut die Hörner des Brandopferaltars und ließ das Fett des Tieres darauf verbrennen (3.Mose 4,27-31). Wenn ein Priester oder die ganze Gemeinde sich versündigt hatte, musste ein Stier getötet werden und das Blut wurde zusätzlich an den Vorhang zwischen Heiligem und Allerheiligsten gesprengt (V. 3-21). So wurde die Sünde sinnbildlich auf das Heiligtum übertragen. Daher musste einmal im Jahr eine besondere Reinigungszeremonie durch den Hohenpriester erfolgen (Hebr 9,6.7.22.23).

Am jährlichen “großen Versöhnungstag” ging er ins Allerheiligste und sprengte das Blut eines besonderen Bockes auf den Gnadenthron über der Lade. So wurde dem Volk gelehrt, dass der Gerechtigkeit, die das göttliche Gesetz (in der Lade) fordert, durch ein stellvertretendes Opfer Genüge getan wird. Die Sünden wurden auf den Bock Asasel gelegt, der in die Wüste (zu Satan) geschickt wurde. So wurde das Heiligtum sinnbildlich wieder gereinigt (3.Mose 16).

Die Stiftshütte wurde nach 480 Jahren durch den Tempel ersetzt, den Salomo in Jerusalem 973-967 vor Chr. bauen ließ (1.Kön 6). Er war doppelt so groß wie die Stiftshütte und das teuerste Gebäude der damaligen Welt. Dieser Tempel wurde 586 vor Chr. durch den babylonischen König Nebukadnezar zerstört (2.Kön 25,1-17). 70 Jahre später wurde er bescheiden wieder aufgebaut (Esra 6) und in Jesu Zeit durch König Herodes den Großen herrlich ausgebaut. Dies war der Tempel, in dem Jesus manchmal lehrte (Lk 21,37).

Jesu Qualifikationen als unser Mittler

Ein wirksamer Mittler zwischen zwei entfremdeten Parteien muss mehrere Voraussetzungen erfüllen: er muss an beiden Parteien gleichermaßen Anteil haben, er darf aber nicht in ihr Problem verstrickt sein und muss dafür eine akzeptable Lösung schaffen. Der Hebräerbrief betont, dass Jesus alle diese Voraussetzungen erfüllt. Er wurde ein Mensch wie wir, teilte unsere Erfahrungen, um uns verstehen und mit uns fühlen zu können (Hebr 2,17). Als weitere erfüllte Voraussetzungen werden in Kap. 7 genannt:

  • V. 26: sein tadelloser Charakter: heilig, unschuldig und unbefleckt; Jesus blieb vollkommen sündlos und im Reinen mit Gott (Kap. 4,15).

  • V. 27: Jesus opferte sich selbst für uns Menschen, sein Opfer ist vollgültig für alle Menschen und alle Sünden und braucht nicht wiederholt zu werden, es gilt ein für allemal (Kap. 9,12-15.25-28; 10,10-14).

  • V. 28: seine Stellung: er ist der ewige Sohn Gottes selbst, ihm gleich.

  • V. 23-25: die Beständigkeit seines Dienstes: weil Christus selbst ewig ist, hat er im Gegensatz zu den irdischen Priestern ein unvergängliches Priestertum und braucht durch niemand anderes ersetzt zu werden.

Jesus wurde von Gott als Hoherpriester eingesetzt ohne Rücksicht auf seine Abstammung, denn er stammt aus dem königlichen Stamm Juda, nicht aus dem priesterlichen Stamm Levi (Hebr 7,13-17). Seine Berufung geschah durch einen Eid, der in Psalm 110,4 vorhergesagt ist (Hebr 7,20-22). Er ist ein Priester nach der Ordnung Melchisedeks, nicht nach der levitischen Priesterordnung des Volkes Israel (V.11). Melchisedek war ein Priester-König von Salem (später Jerusalem genannt), der Abraham segnete (V.1.2; 1.Mose 14,18-20). Von Melchisedek ist keine Abstammung bekannt, weder seine Geburt noch sein Tod wird im AT berichtet. In diesem Sinne (und nur in diesem) hat er “weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens” (Hebr 7,3). Daher ist er ein passenden Vorbild (Typus) auf den Sohn Gottes als unseren Priester-König.

Nur Jesus Christus erfüllt alle Voraussetzungen als Mittler zwischen Gott und den Menschen: Er war sowohl ganz Gott als auch ganz Mensch, er blieb sündlos und opferte sich selbst für uns und tilgte so unsere Schuld und versöhnte uns mit Gott. Daher gibt es nur einen wahren Mittler zwischen Gott und den Menschen (1.Tim 2,5.6). Alle sonstigen Priester oder ähnliche Personen sind keine echten Mittler! Wenn sie als Priester auf Erden fungieren, tritt ihr Dienst in Konkurrenz zum Priesterdienst Jesu als unserem himmlischen Mittler!

Als Jesus alle Voraussetzungen erfüllt hatte, wurde der irdische Heiligtumsdienst bedeutungslos. Bei Jesu Tod zerriss daher der Vorhang im Tempel in Jerusalem von oben her (Mt 27,50.51). Knapp vierzig Jahre später (im Jahr 70 nach Chr.) wurde der Tempel durch die römischen Truppen unter Kaiser Titus zerstört, wie Jesus es im Voraus gesagt hatte (Lk 19,41-44; 21,5.6.20).

Christi Dienst als unser Mittler und Hoherpriester

Christi Dienst als Hoherpriester ist bei Gott anerkannt, wirkungsvoll, effektiv und vollgültig, denn er ist der Mittler eines besseren Bundes, der auf besseren Voraussetzungen und besseren Verheißungen Gottes ruht (Hebr 8,6.10-12). Wir brauchen keine menschlichen Mittler zum Mittler: wir haben jederzeit und überall direkten Zugang zu Christus: Er ist ständig im Dienst, macht nie Feierabend und kann alles bewältigen! Wir können jederzeit zu ihm kommen und fallen ihm nie zur Last (Hebr 4,16). Nehmen wir ihn nicht oder selten in Anspruch, tragen wir zur “Arbeitslosigkeit” Jesu im Himmel bei!

Als unser Mittler vergibt uns Jesus Christus unsere Schuld (1.Joh 1,9). Erforderlich dazu sind Reue und das Bekenntnis der Sünde. Wir müssen ihm sozusagen unseren Fall übertragen und uns selbst in seine Hände begeben. Wir können ihn immer wieder um Vergebung bitten, auch wenn wir erneut dieselbe Sünde getan haben (Kap. 2,1). Jesus bleibt unser Fürsprecher und Mittler bei dem Vater, er stößt uns nicht zurück (Joh 6,37).

Christus vergibt uns nicht nur, er reinigt und befreit uns zugleich von der Macht sündiger Gewohnheiten (1.Joh 1,9b; 2,1a; Joh 8,34-36). Er verändert uns und befähigt uns zur Standhaftigkeit in Versuchungen (Hebr 2,18) und zur Überwindung unguter Gewohnheiten (dazu später mehr).

Christus gibt uns auch ewiges Leben und rettet uns durch das Gericht hin- durch (Kap. 7,25; 5,9). Auch dort will er unser Fürsprecher sein. Entscheidend ist, dass wir durch ihn zu Gott kommen und ihm gehorsam sind.

Die praktischen Schlussfolgerungen aus dem allen erläutert der Apostel in Hebr 10,19-25: Christus hat uns durch sein Opfer einen neuen und lebendigen Zugang zu Gott verschafft. Durch ihn können wir in die Gegenwart Gottes kommen, denn wir haben dort einen Mittler und Hohenpriester, der wirksam für uns eintritt. Wir sollen zu ihm kommen mit wahrhaftigem Herzen und in voller Gewissheit des Glaubens (Elberfelder Bibel) und uns reinigen lassen vom belasteten Gewissen durch Christi Vergebung und Befreiung. (Das Symbol dieser Reinigung ist das Wasser der Taufe). Wir sollen am Bekenntnis der Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu fest halten, aufeinander achten, uns gegenseitig anreizen zur Liebe und zu guten Werken und die Versammlungen der Gläubigen nicht verlassen, denn der Tag der Wiederkunft Jesu naht (Verse 22-25).

Täglich sollten wir zu Christus als unserem Mittler kommen, seine Dienste voll in Anspruch nehmen, ihm vertrauen, unsere Sünden bekennen, um seine Hilfe bitten, auch um Willigkeit und Kraft, ihm zu gehorchen (Hebr 4,16; 5,9).

Literatur: Edward Heppenstall, Christus - unser Hoherpriester

4: die auferstehung jesu christi

Die Auferstehung Jesu Christi

Jesus Christus starb an unserer Stelle am Kreuz den zweiten Tod. Um zu zeigen, dass damit der Opferdienst der Priester im Tempel von Jerusalem bedeutungslos geworden war, zerriss beim Tode Jesu der Vorhang zum Allerheiligsten von oben nach unten (Mt 27,50.51). Die erste Frucht des Opfers Jesu war die Öffnung einiger Gräber und die Auferstehung von Glaubensmännern aus alttestamentlichen Zeiten (Mt 27,52.53).

Josef von Arimathäa, der ein Mitglied des Hohen Rates war, erbat sich von Pilatus den Leichnam Jesu und legte ihn in eine Felsengruft, die mit einem großen runden Stein verschlossen wurde (Mk 15,42-47; Joh 19,38-42). Durch ihn erhielt Jesus ein Grab bei Reichen gemäß der Vorhersage aus Jes 53,9a (siehe die Anmerkung in der Luther-Bibel)

Durch eine Bewachung des Grabes durch römische Soldaten versuchten die Hohenpriester sicherzustellen, dass der Leichnam Jesu nicht von seinen Jüngern gestohlen wurde, denn sie kannten die Vorhersagen Jesu über seine Auferstehung. Der Stein vor dem Grab wurde zudem noch versiegelt (Mt 27,62-66).

Die Auferstehung Jesu war ein gewaltiges Ereignis: ein großes Erdbeben geschah, der Engel des Herrn erschien und öffnete das Grab. Die Wächter wurden ohnmächtig (Mt 28,1-4).

Als erste war Maria Magdalena ganz früh am ersten Wochentag am Grab. Sie fand es geöffnet und berichtete Petrus und Johannes davon, die daraufhin selbst zum Grab gingen (Joh 20,1-10). Dort waren inzwischen auch die anderen Frauen gewesen , die eigentlich zur Einbalsamierung des Leichnams gekommen waren, und hatten das leere Grab gesehen. Der Engel erklärte ihnen das erstaunliche Geschehen und beauftragte sie, es den Jüngern zu berichten. (Mt 28,5-8; Mk 16,1-7; Lk 24,1-9).

Maria kam zum Grab zurück, als die Frauen gerade gegangen waren. Dann erschien ihr Jesus selbst. Sie ging daraufhin zu den Jüngern und erzählte es ihnen (Joh 20,11-18). Ihr Bericht wurde von den anderen Frauen bestätigt, denn auf dem Weg zu den Jüngern war auch ihnen Jesus erschienen (Mt 28,9.10). So wurden Frauen die ersten Zeugen der Auferstehung Jesu. Doch die Jünger glaubten ihnen nicht (Luk 24,10.11). Irgendwann danach am selben Tag erschien Jesus auch dem Petrus (Lk 24,34).

Die jüdischen Obersten versuchten, die Auferstehung zu vertuschen: sie bestachen die Wachen, damit diese behaupteten, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen, während sie schliefen (Mt 28,11-15). Diese Erklärung erweist sich aber von selbst als unglaubwürdig: wie viel konnten sie denn im Schlaf sehen? Wenn sie schliefen, wussten sie nicht, wer gekommen war.

Die Gewissheit der Auferstehung Jesu Christi

Jesu Auferstehung ist für viele unglaubwürdig. Welche Anhaltspunkte geben uns die Gewissheit, dass Jesus Christus wirklich leiblich auferstanden ist?

  1. Das leere Grab. Keiner der Feinde Jesu hat damals behauptet, das Grab

sei nicht leer gewesen! Wer die Auferstehung Jesu leugnet, muss die Frage plausibel beantworten: Wo ist sein Leichnam geblieben? Gehen wir die verschiedenen Möglichkeiten durch:

  • Wir können sicher sein, dass die Jünger ihn nicht stahlen. Wie hätten sie es bei der Bewachung des Grabes unbemerkt schaffen sollen? Vor allem aber: aus welchem Motiv sollten sie es tun? Hätten sie den Leichnam Jesu beiseite geschafft, basierte ihre Verkündigung auf einem Betrug und einer Lüge, für die sie bereit waren zu sterben! Das ist undenkbar.

  • Jesus konnte auch nicht scheintot gewesen sein und sich selbst aus dem Grab befreien (wie u. a. die Moslems glauben). Sein Tod wurde von einem römischen Hauptmann festgestellt und bestätigt (Mk 15,44.45). Das Herausfließen von Blutserum und Wasser, als ein Soldat mit einer Lanze in seine Seite stach (Joh 19,32-35), zeigt, dass Jesu Kreislauf bereits länger stillstand. (V. 36.37 zeigen, dass sich auch damit AT-Vorhersagen erfüllten.)

  • Hätten die jüdischen Obersten den Leichnam gehabt oder hätte er doch noch im Grab gelegen, hätten sie ihn bestimmt vorgezeigt, denn das wäre der beste Beweis gewesen, um die Auferstehungsbotschaft als eine Lüge zu entlarven!

Wo ist also der Leichnam Jesu geblieben? Die einzig plausible Erklärung für sein Verbleiben ist die leibliche Auferstehung Jesu!

  1. Die vielen Zeugen. Die ersten Zeugen des Auferstandenen waren Frauen

(Mt 28,9.10; Joh 20,14-18; Mk 16,9). Wären diese Berichte erfunden worden, hätte man bestimmt keine Frauen als Zeugen gewählt, denn die galten bei den Juden vor Gericht nichts! Die Jünger blieben ihnen gegenüber skeptisch (Mk 16,10-14; Lk 24,10f. 36-38). Jesus musste den Jüngern selbst erscheinen, um sie zu überzeugen (Lk 24,13-43; Joh 20,19-29). Thomas bot er sogar den Test an, um ihn zu überzeugen, aber er verzichtete darauf (V. 27.28; V. 29 zeigt, dass man der Auferstehung glauben kann, ohne Jesus gesehen zu haben!).

In 1.Kor 15,3-6 verweist Paulus darauf, dass mehr als 500 Menschen Jesus auf einmal gesehen haben. Die meisten Zeugen lebten noch 25 Jahre nach Jesu Tod, als Paulus den 1.Korintherbrief schrieb, sie konnten also von Zweiflern jederzeit befragt werden. Bei den Juden reichten 2 oder 3 Zeugen (5.Mose 19,15; 2.Kor 13,1), heute reichen oft Indizien als Beweis aus!

Was das Zeugnis der ersten Christen so glaubwürdig macht, ist ihr verändertes Leben (Apg 4,8-13.18-20.32-35) und ihre Bereitschaft, für ihr Zeugnis zu leiden und auch zu sterben (Apg 5,27-33.40-42; es sind später fast alle Jünger Jesu sowie Paulus den Märtyrertod gestorben).

  1. Die Vorhersagen auf die Auferstehung Jesu im Alten Testament.

  2. In Jesaja 53: der Messias, der für unsere Sünde gelitten hat (V. 4-6) und gestorben ist (V. 8) wird nach seiner Grablegung (V. 9a) in die Länge leben (V.10b) und wieder das Licht schauen (V.11a).

  3. In Ps 22: der Leidende wird nach seinem Tode (V.16b.17b) Gottes Namen den Menschen kundtun und ihn vor der Gemeinde preisen (V. 23.26a).

  4. Petrus verwies in seiner Pfingstpredigt in Apg 2,22-32 auf 1000 Jahre alte Aussagen Davids in Ps 16,8-11, dass der Herr ihn nicht dem Tode überlassen würde und sein Heiliger die Verwesung nicht sehen würde (Apg 2,27). Weil David selbst gestorben und begraben ist (sein Grab kann man bis heute besichtigen), beziehen sich diese Aussagen auf Jesus Christus (V. 29-31).

Die Erfüllung der Vorhersagen des Alten Testaments, die von Zeugen bestätigt wurden, sind der “Hauptbeweis” für Jesu Auferstehung. Er gründete den Glauben seiner Nachfolger nicht in erster Linie auf das, was sie sahen und erlebten, sondern auf die Erfüllung der Vorhersagen im AT über ihn (siehe Lk 24,25-35.44-48; Joh 20,29). Sie sind offensichtlich eine festere Grundlage für unseren Glauben als unser eigenes subjektives Erleben des Auferstandenen.

Auch Jesus selbst sagte seine Auferstehung mehrfach voraus (Joh 2,19-22; Mt 16,21; 17,22.23; 20,18.19; am dritten Tag ist inklusiv gerechnet: Freitag war der 1.Tag und in der Bedeutung identisch mit nach drei Tagen in Mk 8,31; 9,31; 10,34). Wäre Jesus nicht auferstanden, wäre er ein Lügner gewesen, aber nicht der Sohn Gottes. Durch seine Auferstehung hat sich Jesus Christus als der Sohn Gottes in Kraft erwiesen (Röm 1,4).

Der auferstandene Jesus

Jesus ist leiblich auferstanden: man konnte seine Nägelmale sehen, ihn anfassen, er aß auch etwas vor den Jüngern (Lk 24,36-43; Joh 20,24-28). Er besass also keinen Scheinleib, sondern den verherrlichten Auferstehungsleib ähnlich dem Körper, den auch die Erlösten bekommen werden (Phil 3,20.21).

Wie war es überhaupt möglich, dass Jesus auferstehen konnte, obwohl er den zweiten Tod gestorben war? Petrus erklärte in Apg 2,24b, dass der Tod ihn nicht festhalten konnte. Der zweite Tod hatte keine Gewalt über Christus, denn er selbst war ja völlig sündlos (Jes 53,9; 1.Petr 2,21.22). Der zweite oder ewige Tod ist aber die Strafe für Sünder (Röm 6,23; Offb 20,15).

Jesus erklärt in Joh 5,26, dass er das Leben in sich selber hat (er ist ganz Gott und der Schöpfer). Er hat sein Leben gelassen, d. h. den Tod freiwillig auf sich genommen (zugelassen) und sich für uns geopfert. Daher konnte er sein Leben wieder nehmen (Joh 10,17.18). Der Engel Gabriel, der zum Grab kam, überbrachte nur den Auftrag seines Vaters dazu.

Nach seiner Auferstehung machte Jesus wieder von seiner göttlichen Macht Gebrauch (Römer 1,4). Daher konnte er seinen Jüngern erscheinen, obwohl die Türen des Raumes verschlossen waren (Joh 20,19.26).

Die Bedeutung der Auferstehung

Christus hat sich als der Lebendige erwiesen, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt (Lk 24,5b; Offb 1,17.18). Weil Jesus lebt, können auch wir ihn er-leben und sein Wirken erfahren.

Christus hat den Tod überwunden und die Macht über das Totenreich errungen (Offb 1,18). Daher brauchen wir keine Angst mehr vor dem irdischen Tod zu haben (Hebr 2,14.15). Wenn Jesus unser Erlöser geworden ist, bekommt unser Leben durch ihn eine neue Hoffnung und ein neues Ziel.

Weil Christus tatsächlich auferstanden ist, werden auch die Toten auf­erstehen, wenn er wiederkommt. Dann wird der Tod als letzter Feind abgeschafft (1.Kor 15,20-26). Paulus betont (in V. 12-19): Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, dann wäre unser Glaube vergeblich, es gäbe keine Vergebung der Sünden, keine Auferstehung der Toten, unser Leben wäre ohne Hoffnung und es wäre sinnlos, Jesus nachzufolgen! Ohne die Tatsache und die Überzeugung, dass Jesus auferstanden ist, kann man kein Christ sein.

Jesu Auferstehung zeigte, dass sein Opfer von Gott angenommen und voll gültig ist und damit unsere Erlösung und Auferstehung gesichert ist. Christus wird daher in 1.Kor 15,20.23 als der Erstling der Auferstehung bezeichnet, in Kol 1,18 und Offb 1,5 als der Erstgeborene von den Toten (obwohl zeitlich gesehen Mose vor ihm auferstanden ist, siehe Judas 9; Mt 17,2-4). Mit Bezug auf seine Auferstehung wird auch Psalm 2,7 auf Christus bezogen (in Apg 13,33; Hebr 5,5; das gezeugt bezieht sich in Psalm 2,7 auf die Inthronisation des Königs, nicht auf einen Zeugungsvorgang, siehe V. 6).

Bei den Jüngern Jesu bewirkte seine Auferstehung eine grundlegende Veränderung: Petrus, der ihn dreimal verleugnete, wurde zum Bekenner (Apg 4,8-13.20; 5,41), Ähnlich kann Jesu Auferstehung auch in unserem Leben eine grundlegende Veränderung bewirken. Dieselbe Macht, die Jesus von den Toten auferstanden ließ, kann auch bei uns und in uns wirksam werden, wenn wir Christus vertrauen und ihn wirken lassen (Eph 1,18-20).

Wir können in Christus geborgen sein im Leben und Sterben, wenn er unser Herr ist (Röm 14,7-9). Weil Jesus den Tod besiegte, können auch wir ewig leben und voller Hoffnung und Zuversicht sein.

Zum vertiefenden Studium: Josh McDowell, Die Tatsache der Auferstehung.

3: Die kreuzigung Jesu ChristI


Die Kreuzigung Jesu Christi

Nachdem Jesus durch Judas an die jüdischen Hohepriester ausgeliefert worden war ( Matthäus 26,47-50), verhörten ihn diese zuerst privat (Vers 57; Johannes 18,12.13.19-24) und anschließend noch in der Nacht vor dem Hohen Rat ( das war nach jüdischem Gesetz illegal ). Da die falschen Zeugen sich widersprachen, stellte der Hohepriester Jesus unter Eid. Jesus gab zu, Gottes Sohn zu sein.

Der Grund der Verurteilung Jesu war diese angebliche Gotteslästerung (Matthäus 26,59-66), weil Jesus sich damit Gott gleich stellte (siehe Johannes 10,33). Die Obersten der Juden lehnten Jesus aus mehreren Gründen ab: Er passte nicht in ihre Vorstellungen von einem politischen Messias, der sie von der verhassten römischen Herrschaft befreite; Er untergrub ihre Autorität und ihren Einfluss beim Volk ( Matthäus 7,28.29 ); Er wandte sich gegen ihre Art der Auslegung des Gesetzes ( Matthäus 15,1-9 ). Zudem stellte Jesus sie oft als Heuchler bloß und entlarvte ihre Scheinfrömmigkeit ( Matthäus 6,2.5; 15,7-7; 23,13-33 ). Die Obersten rechtfertigten ihr Vorgehen, Jesus zu töten, indem sie meinten, im Interesse des Volkes zu handeln: der Hohepriester argumentierte, „besser ein Mensch sterbe, als dass das ganze Volk zugrunde geht“ ( Johannes 11,47-50 ). Ferner behaupteten sie, Jesus sei ein Übertreter des Gesetzes Gottes ( Johannes 5,18 ), ein Gotteslästerer (Johannes 10,33) und stehe im Bund mit Satan ( Markus 3,22 ).

Hinter den Bestrebungen, Jesus zu töten, steckte Satan, der wie üblich durch menschliche Werkzeuge wirkte ( Johannes 8,37.44 ). Da die Juden damals unter römischer Herrschaft niemanden hinrichten durften, musste der Statthalter Pontius Pilatus bemüht werden, um Jesus zu verurteilen ( Johannes 18,29-31 ). Im Verhör vor Pilatus bekannte sich Jesus, ein König zu sein, der für die Wahrheit Gottes zeugen soll. Sein Reich aber ist ein geistliches, kein weltliches Reich, also keine Bedrohung für den römischen Kaiser (Verse 36.37). Pilatus ließ ihn kreuzigen gegen seine Überzeugung, dass Jesus unschuldig sei (Johannes 18,38; 19,4-6 ). Er ließ auch eine Warnung seiner Frau unbeachtet (Matthäus 27,19). Pilatus ließ sich von den Juden unter Druck setzen: sie drohten, sich beim Kaiser zu beschweren (Johannes,19,12; Pilatus Position war bereits wackelig). Gegenüber Pilatus machten die Juden einige folgenreiche Aussagen:

· In Johannes 19,14.15 erklärten sie: „Wir haben keinen König als den Kaiser.“ Damit verwarfen sie Gott als ihren König und kündigten den Bund Gottes mit ihnen. Seitdem sind sie nicht mehr Gottes Volk, an ihre Stelle trat die Gemeinde Jesu (Matthäus 21,43).

· In Matthäus 27,24.25 übernahmen sie die Verantwortung für die Verurteilung. Gott entzog dem jüdischen Volk seinen Schutz und ließ sie die Folgen ihrer Haltung erleiden, aber erst knapp vierzig Jahre später: Jerusalem und der Tempel wurden im Jahre 70 n.Chr. durch römische Truppen zerstört, aber alle Christen entkamen vorher, wie Jesus angekündigt hatte ( Lukas 21,5.6.20-24).

Jesu wahre Leiden am Kreuz

Die obersten der Juden säten Zweifel, ob Jesus wirklich Gottes Sohn ist. Sie forderten ihn auf, ein Zeichen zu tun und vom Kreuz herabzusteigen und seine Leiden zu beenden, indem er seine göttliche Macht einsetzte (Matthäus 27,33-43). Jesus hätte das tun können, er konnte aber nicht sich und uns zugleich retten. Er entschied sich für uns!

Eine Kreuzigung ist wohl die grausamste Hinrichtungsmethode, eine Erfindung der Perser im 6. oder 5. Jahrhundert vor Chr. Der Verurteilte musste als Zeichen der Schande den Querbalken selbst zur Hinrichtungsstätte tragen. Daran wurde er angebunden und danach an den Handflächen oder Handwurzelknochen und an den Füßen, vermutlich an den Fersenknocken, angenagelt. Er starb nicht sofort, sondern erstickte langsam, weil er sich vor Schmerzen oder Erschöpfung nicht mehr aufrichten konnte. Das Leiden dauerte tagelang. Daher verkürzte das Brechen der Beine die Leiden. Das war bei Jesus nicht mehr nötig (Johannes 19,31-37).

Jesu Schrei „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen ?“ (Matthäus 27,46) drückte das tatsächliche Empfinden aus. Am Kreuz trug Jesus unsere Sünden (2.Korinther 5,21), er erlitt die Strafe, die wir verdient haben. Jesus erlebte die völlige Trennung von Gott (vergleiche Jesaja 59,2), das rief das Bewusstsein völliger Verlassenheit und Verlorenheit hervor. Er erlebte den Fluch des Gesetzes ( Galater 3,13 ), die Strafe, die das Gesetz fordert. Es muss ein Schmerz durch sein Herz gegangen sein, den kein Mensch nachempfinden kann, als ihm die göttliche Gegenwart entzogen wurde.

In Hebräer 2,9 erfahren wir die eigentliche Dimension des Todes Jesu. Einige alte Handschriften lesen statt „aus Gottes Gnade“, dass er „ohne Gott für alle den Tod schmeckte”. Das kann nicht der gewöhnliche Tod sein, den schmecken wir selbst. Die Bibel unterscheidet drei arten des Todes:

1. Den geistlichen Tod, der Verlust der Gemeinschaft und Harmonie mit Gott, das Leben in der Gottesferne ohne Gott (Kolosser 2,13).

2. Den natürlichen Tod, das Ende unseres irdischen Lebens; er wird von Jesus mit einem Schlaf verglichen (Johannes 11,11-14).

3. Den ewigen oder zweiten Tod, die Auslöschung unserer Existenz für alle Ewigkeit, der Verlust des ewigen Lebens (Offenbarung 20,14). Er ist die endgültige Folge und Strafe der Sünde (Römer 6,23).

Jesus durchlitt am Kreuz die Leiden und Qualen des zweiten Todes, den Horror völliger Gottverlassenheit ohne die Gewissheit seiner Auferstehung. Er ist sozusagen der einzige Mensch, der jemals wirklich starb.

In Psalm 22 wird Jesu Leiden, seine inneren Vorgänge und Gedanken, prophetisch einzigartig beschrieben. Es gibt keine Erfahrung im Leben Davids, auf die dieser Psalm passt.

V.2: der Psalm beginnt mit Jesu Schrei am Kreuz (Matthäus 27,46). Wahrscheinlich hat Er ihn ganz gebetet.

V3: Nachts ist der Hinweis auf die plötzliche Dunkelheit von 12 bis 15Uhr an dem Tag (vergl. Matthäus 27,45).

V.5+6: die Väter des Volkes Israel wurden in ihrer Not erhört, Jesus dagegen erhielt keine Antwort und Hilfe von Gott.

V.7-9 beschreiben/ sagen den Spott der Leute unter dem Kreuz voraus (vergl. Matthäus 27,43).

V.10.11: Jesus erinnert sich an eigene Erfahrungen in seinem Leben; stets hatte Gott ihm geholfen von Mutterleib an.

V.12-14 ist eine poetische Darstellung der Feinde Jesu, insbesondere Satans (vergl. Johannes 19,6; 1.Petrus 5,8; Büffel/Stier ist in V.13 nachträglich hinzugefügt worden).

V.15-17: Jesu Leiden und die Todesart sind genau vorhergesagt, obwohl die Hinrichtungsmethode der Kreuzigung damals noch völlig unbekannt war ( die Römer haben sie von den Persern übernommen).

V.18+19: auch das Feilschen der römischen Soldaten um Jesu Kleider wurde genau vorhergesagt (vergl. Johannes 19,23.24).

V.20+22: scheinbar plötzlich kommt die Wende: „Du hast mich erhört!“ Warum das auf einmal? Jesu Vertrauen zum Vater hielt durch! Im Glauben erfasst er, dass der Vater ihn allem äußeren Anschein und inneren Empfindungen zum Trotz nicht verlassen hatte. Unsere Erlösung hing am Kreuz an einem seidenen Faden: hätte Jesus dem Zweifel nachgegeben, wäre das eine Sünde gewesen und sein Opfer wäre nicht makellos. Gottes Gegenwart durfte am Kreuz aber nicht offenbar werden. Der Vater litt aber mit seinem Sohn mit (2.Korinther 5,19a); der Vater hing aber nicht mit dem Sohn am Kreuz! Jesu Vertrauen hielt durch, trotz der Qualen des Todes. Dies kommt in seinen Sterbeworten zum Ausdruck: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.“ (Lukas 23,46). Durch den Glauben überbrückte er den Abgrund, deshalb rief Er am Schluss: „ Es ist vollbracht“ (Johannes 19,30; Psalm 22,23+26 enthalten daher indirekte Hinweise auf die Auferstehung Jesu, Verse 28-32 sprechen von der Wirkung der Erlösung: viele Heiden werden ihn annehmen, alle Toten auferstehen und ihn anbeten).

V.23 und 26 enthalten indirekte Hinweise auf die Auferstehung Jesu.

V.28-32 sprechen von der Wirkung der Erlösung Christi: viele Heiden werden ihn annehmen, alle Toten auferstehen und ihn anbeten.

Eine weitere Vorhersage auf Jesus findet sich in Psalm 69,17-22. Vers 22 zeigt, dass sie sich auf die Kreuzigung bezieht (Matthäus 27,34.48; die Galle lehnte Jesus ab, weil er sich nicht betäuben wollte). Verse 17-19 beziehen sich auf Jesu Gebet am Kreuz um Hilfe und Beistand, das nicht erhöht wurde (Vers 21b). Vers 21a zeigt die Ursache des schnellen Todes Jesu: Er starb an einem zerbrochenem Herzen durch die Schmach der Sünde. Seine Liebe zu uns war stärker als der Tod und sein vertrauen zu seinem Vater stärker als die Leiden und Qualen des zweiten Todes!

Die Bedeutung des Todes Jesu

In Jesaja 53 ( um 700 vor Chr. geschrieben) wird die Bedeutung der Leiden Jesu verdeutlicht. Vers 3 zeigt die Verachtung der Menschen ( Krankheit ist ein Synonym für Schmerzen, siehe die Parallelen von Vers 3a und Vers 4a). Er war scheinbar von Gott gestraft; tatsächlich wurde er wegen unserer Sünden durchbohrt (Verse 4+5, Elberfelder Bibel). Er trug unsere Strafe, die wir verdient hätten. Wir alle sind schuld an Jesu Tod. „Jesus wurde so behandelt, wie wir es verdient haben, damit wir behandelt würden, wie er es verdient hatte. Er wurde um unserer Sünde willen, an der er keinen Teil hatte, verdammt, damit wir durch seine Gerechtigkeit, an der wir keinen Anteil haben, gerechtfertigt würden. Er erlitt den Tod, den wir hätten erleiden müssen, damit wir sein Leben empfangen konnten.“ Das war Gottes Handeln: der HERR warf unser aller Sünde auf Jesus ( Jesaja 53,6 ).

Die Verse 7-9 sagen das freiwillige Leiden Jesu, seine Unschuld, seinen Tod und sein Grab bei Reichen voraus ( so der hebr. Text, siehe Anmerkungen der Luther- und Elberfelder Bibel; zur Erfüllung siehe Matthäus 27,57-60). Verse 10 und 11 sprechen die Bedeutung des Opfers Jesu an, sagen seine Auferstehung Jesu und die Wirkung dieser Erlösungstat voraus: Gottes Erlösungsplan wird durch Christus erfolgreich sein, er wird vielen Gerechtigkeit schaffen, weil er ihre Sünden trägt. Durch die Kreuzigung Jesu entlarvte sich Satan als Mörder. Der Teufel war jetzt ein besiegter Feind und wurde für immer aus dem Himmel ausgestoßen (Johannes 12,31; Lukas 12,18; Offenbarung 12,5-9 ).

Was wir angesichts der Kreuzigung tun sollen, sagt Jesus in Johannes 3,14-16. Er bezieht sich hier auf eine Begebenheit während der Wüstenwanderung des Volkes Israel (4.Mose 21,4-9). Gott zog seinen Schutz zurück, als die Israeliten wieder einmal murrten. Giftschlangen bissen die Israeliten. Gott gab Mose die Anweisung, eine kupferne Schlange an einem Kreuz für alle sichtbar zu errichten. Wer im Vertrauen und Gehorsam auf die Schlange blickte, wurde von der Wirkung des Giftes verschont. (Es wird oft fälschlicherweise gesagt, dass hier die Schlange verehrt wurde; dies stimmt nicht, meiner bisherigen Erkenntnis nach, denn durch die bildliche Kreuzigung der Schlange wurde der Sieg Christi am Kreuz über Satan veranschaulicht und alle, die an diese Prophezeiung glaubten und den Glauben aufrecht erhielten, wurden geheilt.) Ähnlich sollen wir intensiv und beharrlich auf den gekreuzigten Sohn Gottes blicken, damit seine Liebe auf uns wirken kann (Johannes 12,23.33). Das Licht, das uns vom Kreuz entgegen strahlt, offenbart die Liebe Gottes. Seine Liebe zieht uns zu sich. Widerstreben wir dieser Zugkraft nicht, werden wir zum Fuße des Kreuzes geführt, um dort die Sünden zu bereuen, die den Heiland ans Kreuz brachten. Dann erneuert der Heilige Geist durch den Glauben den ganzen Menschen. Die Gedanken und Wünsche werden dem Willen Christi untergeordnet und Herz und Gemüt werden neu geschaffen.

Die wahren Leiden Jesu am Kreuz

Was war das Besondere des Todes Jesu und seiner Leiden? Eine Kreuzigung war grausam und eine schreckliche Qual: der Gekreuzigte wurde durch das Annageln nicht tödlich verletzt, sondern er erstickte langsam, weil er sich vor Schmerzen oder Erschöpfung nicht mehr Aufrichten konnte. Die Leiden dauerten tagelang, wenn der Tod nicht durch das Brechen der Beine beschleunigt wurde. Jesus aber wusste vorher, dass er nur kurze Zeit leiden und später auferstehen würde. Wieso rief Er am Kreuz „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46)? Was machte Er durch?

l. Was Jesus am Kreuz durchmachte

1. Jesaja sagt: „Der Herr warf unser aller Sünde auf Ihn“ (Jesaja 53,6). Jesus trug unsere Sünde nicht wie eine Last auf den Schultern außerhalb sich, sondern tief in sich drinnen. Petrus schreibt, dass Er „unsere Sünde in ( nicht an! ) seinem Leibe auf das Holz getragen hat“ (Petrus 2.24). Er empfand die Last der Sünde tief in seinem verstand, in seinem Gefühl und seinen Wahrnehmungen.

2. Sünde trennt von Gott abgrundtief, zerstört alle Gewissheit und hinterlässt ein Gefühl der Verlassenheit. So empfand Christus am Kreuz tief in seinem Bewusstsein die Last unserer Sünde, die die Trennung vom Vater bewirkte, sowie Ungewissheit und völlige Verlassenheit.

3. Zu diesem Gefühl der Verlassenheit kam noch mehr. „Er wurde zum Fluch für uns“ (Galater 3,13). Jesus trug nicht bloß unsere Schuld- Er trug den Fluch, die Strafe, den Zorn Gottes, den Sünde nach sich zieht.

4. Was waren das für Todesqualen, die Jesus durchmachte? Wir haben den Hinweis in Hebräer 2,9, dass Er „für alle den Tod schmecken sollte“ und zwar nicht „durch Gottes Gnade“,sondern wie einige Manuskripte hier lesen „ohne Gott“, was dem eigentlichen Sinn entspricht. Ohne Gott, scheinbar verlassen vom Vater, schmeckte Er für alle den Tod! Der gewöhnliche Tod kann damit nicht gemeint sein, denn den schmecken wir alle selbst und dabei kann man auch ruhig im Glauben einschlafen. Jesus erlitt vielmehr den Tod, dem wir eigentlich verdient haben, den Tod, der de letzte Folge und Strafe für die Sünde ist: das ist der in der Offenbarung so genannte zweite Tod, d.h. die Auslöschung unserer Existenz für elle Ewigkeit. Der zweite Tod bedeutet ewige Trennung von Gott, Abschied von Freude, Licht und Leben auf Nimmerwiedersehen. Jesus trank den bitteren Kelch der leiden des zweiten Todes, der Verlassenheit und Strafe, den bisher niemand gekostet hat. Genau genommen ist Er der einzige Mensch, der jemals wirklich starb, denn Er durchlitt den zweiten Tod, damit wir ihn niemals zu erleben brauchen!

5. Und im zweiten Tod gibt es keine Hoffnung mehr, keine Erwartung einer zukünftigen Auferstehung, nur Verzweiflung angesichts der Auslöschung der Existenz. Weil Jesus den zweiten Tod durchlitt, starb Er auch ohne die Gewissheit der Auferstehung. Er hatte vorher noch zu seinen Jüngern und gegenüber dem Schächer am Kreuz von dieser Gewissheit gesprochen (Matthäus 16,21; Lukas 23,42+43). Doch eine Veränderung kam, als Jesus den Kelch der Sünde bis zur bitteren Neige lehrte. Die Last der Sünder, das Empfinden der Trennung vom Vater, das Bewusstsein des Verfluchtseins verdrängten die frühere Gewissheit, dass er auferstehen würde.

6. In Jesus wurde es finster. Das symbolisierte die äußere Finsternis im land von der 6. bis zur 9. Stunde (Matthäus 27,45). Sie was ein Sinnbild der Angst und des Grauens, die auf Jesu Herzen lasteten. Zweifel müssen den Sohn Gottes überfallen haben in seinem Kampf mit dem Tod. Er wusste, wie sehr dem Vater die Sünde missfällt und ob er sich mit dem Vater überhaupt aussöhnen könnte. Der Gedanke, dass sein Vater ihn für immer verlassen könnte, ließ ihn wahrscheinlich den durchdringenden Schrei ausstoßen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“. Jesus erlitt den ganzen Schrecken der Hoffnungslosigkeit und des Horrors des zweiten Todes im völligen Bewusstsein dessen existenzvernichtender Tragweite, während die Schaulustigen und verängstigten sich nicht einmal vorstellen konnten, welchen Kampf Jesus in Wahrheit gekämpft hat und warum sein Herz zerbrach und er starb.

2: Gottes Liebe: Jesus Christus

Gottes Liebe zu den Menschen: Jesus Christus

Jesus Christus- Gottessohn und Menschensohn

Die zentrale Rolle im Erlösungsplan spielt Jesus von Nazareth. Wer ist er nach eigenen Aussagen und denen der Bibel?

Jesus Christus - nur irgendein Mensch ?

War Jesus Christus ein Betrüger oder war er der Messias, der Sohn Gottes? Eines ist sicher: Jesus Christus hat mehr Kontroversen hervorgerufen als irgendein anderer. Sein erstaunlicher Anspruch, die einzige Quelle der Erlösung für den gefallenen Menschen zu sein, verursacht Spannungen zwischen den verschiedenen Religionssystemen, die nicht so einfach gelöst werden können. Sollte Jesu Anspruch jedoch berechtigt sein, scheint ein Kompromiss unmöglich. Dann wird sich diese Kontroverse zuspitzen, bis ihr durch die Wiederkunft Christi ein Ende gesetzt wird. Er wird kommen, um sein Reich in Empfang zu nehmen und die Lebenden und Toten zu richten.

Wenn Jesus nicht Recht hatte, dann ist der Messias nach Ansicht verschiedener Glaubenssysteme entweder noch nicht gekommen oder aber viele Male in der Gestalt eines Weltenlehrers. Andere behaupten, dass er überhaupt nicht kommen wird. Nach Auffassung, lehren Buddhismus und Hinduismus, dass Christus als Weltenlehrer zahlreiche Wiederverkörperungen auf verschiedenen Stufen menschlicher Entwicklung durchlaufen hat. Die Moslems glauben, Jesus Christus sei zwar ein Prophet gewesen, nicht aber der Sohn Gottes. Jedoch lehren auch sie, dass er “von einer Jungfrau geboren (wurde),Wunder wirkte, der Messias war, ein sündloses Leben lebte, zum Himmel auffuhr, und vor dem Ende der Welt wiederkommen wird.”(*1) Die Juden, mit Ausnahme der messianischen Juden (die aber an einen anderen Jesus glauben), lehnen Jesus vollständig ab. Für sie ist er ein Betrüger.

Auch die Christen selbst sind in ihrer Haltung Jesus gegenüber geteilter Meinung. Einige sehen in ihm Gott, den Erlöser, den Herrn und Messias. Manche ziehen es vor, in ihm ein besonderes geschaffenes Wesen zu sehen, während andere sich weigern, seine Göttlichkeit anzuerkennen. Wer hat Recht? Betrachten wir die Indizien.


Hat Jesus überhaupt gelebt ?

War Jesus Christus tatsächlich eine historische Persönlichkeit oder war er eine Märchenfigur? Wenn es ihn nicht gab, würden wir mit der Debatte über einen Mythos oder eine Legende nur unsere Zeit verschwenden. Hier zwei der bekanntesten Quellen, die seine Historizität bestätigen:

A. Die christlichen Quellen

1. Die 27 verschiedenen Schriften des Neuen Testaments.

2. Die Schriften der Kirchenväter ( Polycarp, Eusebius, Irenäus, Origenes, etc.). Es ist zudem erwähnenswert, dass Christen durch die Jahrhunderte hindurch bereit waren, Verfolgung und sogar den Tod um seines Namens willen zu erleiden. Außerdem wurde die ganze Menscheitsgeschichte in eine vor- und nachchristliche Ära eingeteilt, was bis auf den heutigen Tag in unserem westlichen Kalender seinen Niederschlag findet.

B. Die außerbiblischen Quellen

1. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus, der etwa um das Jahr 115 n.Chr. schrieb, spricht über die Christenverfolgung unter Nero im Jahre 64 n.Chr.:

“Aber weder aller Trost, der von Menschen kommen kann, noch all die Geschenke, die der Herrscher spenden konnte, noch all die Versöhnungsopfer, die den Götern geboten wurden, halfen um Nero von der Schande zu befreien, dass man von ihm glaubte, er habe die Feuersbrunst angeordnet. Um das Gerücht zu unterdrücken, beschuldigte er daher fälschlicherweise die Personen, die allgemein Christen genannt wurden, und bestrafte sie mit den ausgesuchtesten Foltern; die Christen wurden wegen ihrer Gräuel gehasst. Christus, der Gründer dieses Namens, wurde durch Pontius Pilatus, den Prokurator von Judäa, in der Regierungszeit von Tiberius als Verbrecher zum Tode verurteilt: Aber der verderbliche Aberglaube, der zeitweise zurückgedrängt worden war, brach wieder aus, nicht nur in Judäa, wo der Unfug seinen Anfang nahm, sondern auch in der Stadt Rom, diesem Behälter für alles Schmutzige und Erniedrigende aus jedem Winkel der Erde; und fand auch dort eine Anhängerschaft.”(*2)

2. Der römische Geschichtsschreiber Sueton erähnt in seinem Bericht “Leben des Claudius” ( Kaiser von 41 bis 54n.Chr.), der um das Jahr 120 n.Chr. verfasst wurde, “Chrestus” (wahrscheinlich eine Verzerrung des Namens “Christus”). Aller Wahrscheinlichkeit nach bezieht sich Sueton auf Auseinandersetzungen zwischen Juden im Hinblick auf Jesus.

“Da die Juden, von Chrestus aufgehetzt, ständig Unruhe stifteten, vertrieb er ( Claudius ) sie aus Rom. (*3)

3. Der Talmud ist eine Sammlung von Schriften aus dem 3. Jahrhundert, die aus der jüdischen Tradition stammen.

” Am Freitag und Vorabend des Passah hängte man Jesus ( Yeshu von Nazareth ) und der Ausrufer ging vierzig Tage vor ihm aus: »Er geht hinaus, um gesteinigt zu werden, weil er gezaubert hat und Israel zum Götzendienst verleitet und verführt hat. Jeder, der etwas zu seiner Entlastung weiß, komme und bringe es für ihn vor.« Aber sie fanden für ihn keine Entlastung und hängten ihn am Freitag und Vorabend des Passah.” (*4)

Quellen:

*1: Christ in Islam, Ahmed Deedat, The Islamic Propogation Centre, Durban 1983

*2:Tacitus, Annalen 15,44

*3: Claudius, Sueton 25,4

*4: Talmud bSanh 43a

War Jesus Christus DER Messias?

Seine Behauptung: “Wieder fragte ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin es ! Und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.” (Markus Kapitel 14,Verse 61-62)

Die Behauptungen anderer: “Dieser ( Andreas ) findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden- was übersetzt ist: Christus.” (Johannes Kapitel 1, Vers 41)

Die messianischen Verheißungen des Alten Testaments 

Bibelexperten zufolge gibt es im Alten Testament mehr als 300 Hinweise auf den Messias, die in einem Zeitraum von über 1500 Jahren niedergeschrieben wurden. Einige Kritiker lehnen es ab, diese Prophezeiungen, die seine Messianität stützen,
auf Christus anzuwenden. Sie behaupten, diese seien entweder zur Zeit Jesu oder später geschrieben worden. Konservative Gelehrte äußern nämlich, dass das letzte Buch des Alten Testaments um 450 v. Chr. verfasst wurde. Jene, die an einem späteren Datum festhalten, können es unmöglich nach dem Jahr 250 v.Chr. ansetzen. der Grund hierfür ist, dass die griechische Übersetzung des Alten Testamants während der Herrschaftszeit des Ptolemäus Philadelphus ( 285- 246 v.Chr.) fertig gestellt wurde. Dies ist eine historische Tatsache, sodass somit eine Zeitspanne von mindestens 250 Jahren zwischen den Prophezeiungen des Alten Testaments und deren Erfüllung in Christus liegt. Somit gilt das Argument, die Prophezeiungen wären zur Zeit Jesu oder danach geschrieben, nicht!

In seinem Buch “Evidence that Demands a Verdict” (zu dt. etwa: “Beweise fordern ein Urteil”) zählt Josh McDowell 60 alttestamentliche Prophezeiungen ( Altes Testament ) auf, die im Neuen Testament in Jesus Christus ihre Erfüllung fanden. Es ist unmöglich, in dieser kurzen Zusammenfassung alle sechzig Prophezeiungen in ihrer ganzen Tiefe zu besprechen, doch können wir einige herausgreifen, um sie näher zu betrachten:

AT= Altes Testament; NT= Neues Testament

1. Die jungfräuliche Geburt

AT: “Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen” (Jesaja 7, 14 )

NT: “Joseph aber…erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte, und er nannte seinen Namen Jesus.” (Matthäus 1,24-25)

2. Bethlehem

AT: “Und du, Bethlehem Efrata, dass du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigeit her.” ( Micha 5,1)

NT: “Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war…” (Matthäus 2,1)

3. Wunder

AT: “Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen wird die Zunge des Stummen.” (Jesaja 35,5-6)

NT: “Und Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer… und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.” (Matthäus 9,35)

4. Einzug in Jerusalem auf einem Esel

AT: “Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir: Gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.” ( Sacharja 9,9)

NT: “Und sie führten es zu Jesus; und sie warfen ihre Kleider auf das Fohlen und setzten Jesus darauf.” ( Lukas 19,35 )

Es wird angenommen, dass 29 der messianischen Prophezeiungen von verschiedenen Autoren während einer Zeitspanne von mindestens fünf Jahrhunderten geschrieben wurden - und sich innerhalb von 24 Stunden seines Lebens erfüllten.

5. Verrat durch einen Freund

AT: “Selbst mein Freund, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse gegen mich erhoben.” (Psalm 41,10)

NT: “…Judas, der Iskariot, der ihn auch überlieferte.” ( Matthäus 10,4 )

6. 30 Silberlinge und 7. Töpferacker

AT: “Und ich nahm die dreißig Silberschekel und warf sie in das Haus des HERRN dem Töpfer hin.” ( Sacharja 11,13 )

NT: “Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon und sie kauften dafür den Acker des Töpfers…” (Matthäus 27,5-7)

8. Verhalten bei der Anklage 

AT: “Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf…”(Jesaja 53,7)

NT: “Und als er von den obersten Priestern und den Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts.” (Matthäus 27,12)

9. Körperliche Misshandlung 

AT: “Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen… und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.” (Jesaja 53,5)

NT: “Dann gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und überlieferte ihn, damit er gekreuzigt werde.” (Matthäus 27,26)

10. Hände und Füße durchbohrt 

AT: “Sie haben meine Hände und Füße durchgraben.” (Psalm 22,17)

NT: “…und sie kreuzigten ihn dort…” (Lukas 22,33)

11. Mir Räubern gekreuzigt

AT: “…dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich zu den Verbrechern zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher gebetet hat…” (Jesaja 53,12)

NT: “Dann werden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken.” (Matthäus 27,38)

12. Teilung der Kleider und Werfen des Loses 

AT: “Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los.” (Psalm 22,19)

NT: “Die Soldaten…nahmen…seine Kleider - und machten vier Teile, einem jeden Soldaten einen Teil- und auch das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne naht, von oben an durchgewebt. Da sprachen sie…Lasst es uns nicht zerreissen, sondern darum losen, wessen es sein soll…” (Johannes 19,23-24)

13. Essig angeboten

AT: “Und sie gaben mir zur Speise Galle, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.” (Psalm 69,22)

NT: “…gaben sie ihm mit Galle vermischten Wein zu trinken; und als er davon gekostet hatte, wollte er nicht trinken.” (Matthäus 27,34)

14. Knochen werden nicht gebrochen

AT: “Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen.” (Psalm 34,21)

NT: “Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht.” (Johannes 19,33)

15. Bestattung im Grab eines Reichen

AT: “Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod.” (Jesaja 53,9)

NT: “…kam ein reicher Mann von Arimathäa, mit Namen Joseph… und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leintuch und legte ihn in seine neue Gruft…” (Matthäus 27,57-60)

Einige meinen, dass diese Prophezeiungen zufällig von Jesus erfüllt worden seien. Nach der Wahrscheinlichkeit ist die Chance eines menschen (bis zur Gegenwart) auch nur acht dieser Prophezeiungen zu erfüllen (die der Kreuzigung eingeschlossen) eins zu einhunderttausend Millionen mal eine Million (1:100.000.000.000.000.000).

Eine der erhabensten und erstaunlichsten messianischen Prophezeiungen ist die 70-Wochen-Prophezeiung. Diese wird wegen ihrer Komplexität später behandelt.

Ist Jesus Christus Mensch oder Gott oder beides ? 

Wenn Jesus Gott ist, sind alle menschlichen Ansprüche, ihm gleich sein zu wollen, bedeutungslos. Um beurteilen zu können, ob Jesu Ansprüche berechtigt sind, muss diese Frage vorrangig gestellt und geklärt werden:

Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke. Darum suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und womit er sich selbst Gott gleich machte.” (Johannes 5,17-18)

Ich und der Vater sind eins. Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus antwortete Ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm und sprachen: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Gotteslästerung, und zwar weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst!” (Johannes 10,30-33)

Jesus brach den Sabbat nicht; er stimmte lediglich nicht mit den menschlichen/ pharisäerischen Maßstäben und Regeln überein, welche die Juden selbst aufgestellt hatten, um sich vor der Übertretung des göttlichen Gesetzes zu schützen. Diese menschlichen Gebote bürdeten all denen eine schwere Last auf, die in der rechten Weise mit Gott leben wollten, und wurden so zu einem Joch der Unterdrückung, das niemand tragen konnte. Allerdings nahm Jesus für sich in Anspruch, eins mit dem Vater zu sein; zudem gibt es im Neuen Testament keinen Hinweis, dass Jesus jene zurechtwies, die ihn ablehnten oder ihn direkt als Gott ansprachen:

Und als sie in das Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die aber in dem Boot waren, warfen sich vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!” (Matthäus 14,32-33)

Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!” (Johannes 20,28)

Anbetung steht allein Gott zu. Nicht einmal die Engel, geschweige denn menschliche Wesen, haben ein Anrecht darauf, von einem Mitgeschöpf angebetet zu werde. Zwei Beispiele verdeutlichen dies:

1. Als Johannes in einer Vision das Neue Jerusalem gezeigt wurde, fiel er vor dem Engel, der ihn geführt hatte, nieder, um ihn anzubeten; aber der Engel wies ihn zurecht:

“Und er sprach zu mir: Sieh dich vor, tue es nicht! Denn ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, der Propheten, und derer, welche die Worte dieses Buches bewahren. Bete Gott an!” (Offenbarung 22,9)

2. Als der Apostel Petrus in das Haus des Kornelius kam, war Kornelius so überwältigt, dass er Petrus anbetend zu Füßen fiel. Aber der Apostel sagte:

“Als nun Petrus gerade hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und huldigte ihm. Petrus aber richtete sich auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch!” (Apostelgeschichte 10,25-26)

Es gibt religiöse Gruppierungen, die die menschliche Natur Jesu Christi verneinen, während andere wiederum seine Göttlichkeit ablehnen. Das Wort Gottes lehrt aber beides. Christus erscheint dort als der Schöpfer aller Dinge; er ist der Retter, er ist der, der alles wieder neu machen wird, er ist Herr über alles. Der Name Jesus meint wörtlich Jehoschua/Jahwe ( der lebendige Eine), der Retter. Als Schöpfer kann er Anspruch auf sein Eigentum erheben. In Psalm 33 lesen wir:

“Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht, und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes. Er türmt die Wasser des Meeres auf wie einen Damm und sammelt die Fluten in Speicher. Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt!” (Psalm 33,6-9)

Dass dieser Schöpfer kein anderer ist als Jesus Christus, bestätigt auch das Neue Testament:

“Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.” (Johannes 1,1-3)

“Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen;” (Kolosser 1,16)

Jesus Christus ist der Herr. Das griechische Wort für Herr ist “kyrios”, das in folgendem Sinn verwendet wird: “Der, dem eine Person oder eine Sache gehört” und dieser Eigentümer ist Gott.

“Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.” (Apostelgeschichte 2,36)

“Und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.” (Philipper 2,11)

Jesus behauptete Gott zu sein, aus sich selbst heraus zu existieren und über allen Dingen zu stehen:

“Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, BIN ICH.” (Johannes 8,58) (Hervorhebung hinzugefügt)

Das griechische Wort “eimi ”, das hier für “bin ich” verwendet wird, meint “sein”, “existieren” (2.Mose 3,14) und betont damit klar die Tatsache, dass Jesus Gott ist.

“Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.” (Kolosser 2,9)

… von dem Sohn aber: “Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter deiner Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches …” (Hebräer 1,8)

Alle Propheten in der Bibel, die sich auf die Merkmale des Messias beziehen, erfüllen sich in Jesus. Kein anderes Individuum kann seine Messianität für sich in Anspruch nehmen oder ihm sein Königtum entreißen. Er ist der Friedefürst und das Lamm, das geschlachtet wurde. In ihm wohnt die Fülle der Gottheit leibhaftig. Jesus sagte:

…Mir ist alle Macht gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.” (Matthäus 28,18)

“Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.” ( Johannes10,9)

„Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des einzigartigen Sohnes Gottes.“ ( Johannes 3,14-18)

Die Bibel lehrt deutlich, dass Errettung allein in Jesus Christus gefunden werden kann. In der Apostelgeschichte lesen wir:

„Und es ist in keinem anderen Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.“ (Apostelgeschichte 4,12)

Die Sachlage wird hier deutlich, Jesu Anspruch ist deutlich; dem zum Trotz ist die Welt im Begriff, diese Wahrheit zu verwässern, um sie einem letzten Bündnis anzupassen, das gegen das Wort Gottes gerichtet ist. Dieser große Konflikt wird in der Wiederkunft Christi gipfeln, dem Höhepunkt der Geschichte. Dann wird das Reich in seine Hand gegeben werden.

„ …;danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, wenn er jede Herrschaft, Gewalt und Macht beseitigt hat.“ ( 1.Korinther 15,24)

Jesus Christus – Gottessohn und Menschensohn

Die zentrale Rolle im Erlösungsplan spielt Jesus von Nazareth. Was sagt die Bibel genauer über ihn?

Jesus Christus – der Sohn Gottes

Im Verhör vor dem Hohen Rat sagte Jesus unter Eid aus, dass er der Christus, der Sohn Gottes sei (Matthäus 26,63+64; Markus 14, 61+62; Christus (griech.) bedeutet „der Gesalbte“, auf hebräisch Messias). Was Jesus damit meint, zeigt seine Aussage „ Ich und der Vater sind eins! ( nicht: einer ,Johannes 10,30). Nicht, dass die zwei Persönlichkeiten eine Person sind, sondern zwei Personen, die sich gleichen und sich einig sind, sind gemeint. Jesus stellte sich damit auf eine Stufe mit Gott, dem Vater. So verstanden es auch die Zuhörer und er widersprach dem auch nicht ( Verse 33-36).

Wenn Jesus Christus mit Gott auf einer Stufe steht, muss er dieselben Eigenschaften und Fähigkeiten haben wie Gott: ewige Existenz und Schöpfermacht, die Fähigkeit Leben zu schaffen. Sie werden in Johannes 1,1-4 Christus zugeschrieben ( Johannes meint mit dem Wort nach Vers 14 den Sohn Gottes, der Mensch wurde). So erfahren wir hier folgendes über den Sohn Gottes:

· Er ist ohne Anfang, denn im Anfang war das Wort bereits da.

· Er lebt von Ewigkeit her bei Gott ( vergleiche Micha 5,1b).

· Er ist wie Gott (Verse 1c, Elberfelder Bibel. „das Wort war Gott“).

· Er hat alles geschaffen, d.h.: Er selbst muss ungeschaffen sein.

Einige missverständliche Ausdrücke scheinen dem zu widersprechen. „Eingeborener Sohn“ (Johannes 1,14c; 3,16) wurde von Luther in Anlehnung an die lateinische Vulgata-Bibel übersetzt; das griechische monogenes bedeutet wörtlich „ einzigartiger“, es hat nichts mit geboren werden zu tun. Auch das Wort „Sohn“ deutet nicht auf Abstammung hin, es meint vielmehr Wesensgleichheit ( so wie wir sagen „ganz der Vater“). Jesus Christus ist das Ebenbild des Vaters (Kolosser 1,15; Hebräer 1,3), nicht bloß ein Abbild wie wir Menschen ( 1.Mose 1,26+27).

Der Begriff „Erstgeborener“ bezeichnet gemäß seiner Anwendung auf Christus dessen Vorrang in der Schöpfung der Welt ( Kolosser 1,15; beachte Erstgeborener vor aller Schöpfung) und bei der Auferstehung der Toten ( Vers 18). Dieser Begriff spielt auf die alttestamentliche Bedeutung der Rechte des Erstgeborenen an. Auf die Auferstehung Christi und seine Einsetzung als König und Hoherpriester bezieht sich das Zitat aus Psalm 2,7: „Heute habe ich dich gezeugt“ in Apostelgeschichte 13,33+34 und Hebräer 5,5+6. Gott hat den Sohn nicht in ferner Ewigkeit gezeugt, geboren, geschaffen oder hervorgebracht. Er ist ewig wie der Vater.

Die Rolle des Sohnes Gottes im Alten Testament

Im Alten Testament (AT) wird selten zwischen Gott- Vater und dem Sohn unterschieden. Erst durch das Neue Testament (NT) erfahren wir, welche Aufgaben der Sohn Gottes vor seiner Menschwerdung ausgeführt hat. Er war der Führer des Volkes Israel aus Ägypten (1.Krinther 10,1-4; Judas 4b+5) und gab ihnen auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote (2.Mose 20,2; Jakobus 4,12a;Johannes 5,22).

Mit dem HERRN (hebr.: Jahwe, „der Seiende“, also zeitlos,2.Mose 3,13-15; durch einen Irrtum entstand daraus im Mittelalter Jehova) ist im AT meist der Sohn Gottes gemeint. Aussagen über Jahwe werden im NT auf Christus bezogen (z.B. in Matthäus 3,3 aus Jesaja 40,3). Er war in der Wolken- und Feuersäule (2.Mose 14,18-20.24) und wird auch als Engel des HERRN (1.Mose 22,15 identisch mit dem HERRN in Vers 16), Engelfürst ( Daniel 10,13; 12,1) oder Fürst über das Heer des HERRN ( Josua 5,13-15) bezeichnet.

Der Sohn Gottes war vom Sündenfall der Menschen an der Mittler zwischen Gott- Vater und uns Menschen. Er erschien Noah, Abraham, Mose, Josua, David und anderen. Er wirkte auch in den Propheten und gab durch sie Vorhersagen auf sein späteres Erdenleben als Mensch ( 1.Petrus 1,10.11).

Bestätigung der Gottessohnschaft durch Vorhersagen des AT

Jesus beansprucht als Mensch, der Sohn Gottes und der verheißene Erlöser zu sein, Das ist ein außergewöhnlicher Anspruch. Wenn der nicht stimmte, war Jesus ein Betrüger oder ein Spinner. Ein bloßer „guter Mensch“, wie viele meinen, konnte er wegen seiner Aussagen über sich selbst nicht sein!

Auf welcher Grundlage sollen wir unsere Entscheidung treffen: Gottes Sohn oder Spinner? Jesus verwies selbst immer wieder auf die Erfüllung der Vorhersagen über ihn ( Lukas 24,25-27.44-47). Im AT finden wir einen Jahrhunderte im voraus geschriebenen Lebenslauf mit Geburtsort (Micha 5,1), Geburtsumständen (Jesaja 7,14),Jesu Abstammung (Jesaja 11,1.2; Jeremia 23,5.6.) und wahre Identität (Jesaja 9,5.6), seinen Dienst (Jesaja 61,1-3), die Zeit seines Auftretens und Todes (Daniel 9,24-27), den Einzug in Jerusalem (Sacharja 9,9), den Preis seines Verrats (Sacharja 11,12.12), seine Leiden, Tod und Auferstehung (Psalm 22,Jesaja 53) und seine Herrschaft zur Rechten Gottes und sein Mittlerdienst ( Psalm 110 ).

Diese Vorhersagen wurden nachweislich lange (etwa 1000- 500 Jahre ) vor Jesu Geburt geschrieben. ( Das beweisen die im Jahre 1947  gefundenen Schriftrollen aus dem zweiten Jahrhundert vor Chr. in Qumran.) Ihre genaue Erfüllung kann kein Zufall sein. Gott will uns helfen, Jesus Christus zu vertrauen.

Die Menschwerdung des Sohnes Gottes

Bei der Menschwerdung des Sohnes Gottes bestand das Problem, dass eine Person, die bereits existierte, Mensch werden sollte wie wir, und das nicht bloß dem äußeren Anschein nach mit einem Scheinleib. Das war nicht durch einen normalen Zeugungsvorgang möglich!

Der Sohn musste einiges aufgeben, ehe er Mensch werden konnte;seine göttliche Gestalt ( nicht seine Göttlichkeit; Philipper 2,5-7; Vers 6 bedeutet: Erhielt nicht daran fest, Gott gleich zu sein, als ob er sich das geraubt hätte) und seine göttliche Herrlichkeit, d.h. Glanz oder Ausstrahlung (Johannes 17,5). Sie hätte kein sündiger Mensch ertragen können ( 2.Mose 33,20; Jesaja 6,5). Wie ging die Menschwerdung des Sohnes vor sich? In Lukas 1,26-35 erklärt es der Engel Gabriel mit der Zeugung durch den Heiligen Geist. D.h.: die dritte Person der Gottheit hat das Leben des Sohnes Gottes in Maria bewirkt, damit er durch sie einen wahrhaftigen menschlichen Körper erhielt. Dieser Vorgang bleibt für uns ein Geheimnis und unerklärlich. Er ist ein viel größeres Wunder als die zwanglsläufige Jungfrauengeburt.

Joseph, der Verlobte Marias, musste natürlich denken, dass sie ihm untreu gewesen war. Der Engel erklärte ihm die Sache in Matthäus 1,18-23. Der Name Jesus (aramäisch Jeschua, von hebräisch Jehoschua, Joschua= Josua) bedeutet „Gott ist Retter“ oder Rettung. Der Name Immanuel, d.h. „Gott mit uns“, deutet u.a. auf die göttlich- menschliche Natur Jesu hin ( er ist Gott mit uns). Namen haben in der Bibel stets eine besondere Bedeutung. Diese Namen Jesu zeigen sein Wesen und seine Mission.

In der Geburt durch eine Jungfrau erfüllte sich wieder eine Vorhersage ( aus Jesaja 7,14, siehe Matthäus 1,22), dadurch ist dieses Wunder vertrauenswürdig.

Jesu doppelte Natur: Gott und Mensch

Jesus war wirklicher Mensch: Er ist uns in allem gleich geworden (Philipper 2,7; Hebräer 2,14.17.18). Er hatte, wie Adam bei seiner Erschaffung, keine sündigen Neigungen und verdorbenen Triebe (Hebräer 7,26), war aber versuchbar wie Adam. Jesus konnte sündigen und nahm das Wagnis der ewigen Verlorenheit auf sich. Dass er auch als Mensch Gott geblieben war, zeigte Jesus nicht durch seine Wunder, denn die wirkte er nicht aus sich ( Johannes 5,19; Apostelgeschichte 2,22). Er ließ sich aber anbeten (Matthäus 14,33; das Wort niederfallen bedeutet auch anbeten, siehe Johannes 9,38; Matthäus 2,11), obwohl Jesus ausdrücklich betonte, dass man nut Gott anbeten dürfe (Matthäus 4,10). Er vergab auch Sünden, ein Vorrecht, das auch nur Gott besitzt (Markus 2,5-11). Jesus besitzt zwei Naturen; er ist wahrer Gott und wahrer mensch, nicht halb Gott und halb Mensch (z.B. ein göttlicher Verstand im menschlichen Körper). Beide Naturen sind ungetrennt, aber auch unvermischt ( so formulierte es das Konzil von Chalcedon im Jahr 451). Man kann das so veranschaulichen: Christi Natur ist vergleichbar zwei vollen Kreisen, die zur Deckung gebracht werden aber nicht zwei Halbkreisen! Bei ihm ist die menschliche Natur äußerlich sichtbar. Auf der Erde lebte Jesus wie ein Mensch aus seiner Verbindung zu Gott, nicht aus seiner eigenen göttlichen Kraft. Wie andere von Gott berufene Menschen erhielt er besondere Gaben für seinen Dienst: Heilung, Weisheit, Evangelisation, Prophetie. Seine Gottheit war jedoch verhüllt, er durfte seine göttliche Macht während seines Erdenlebens nicht gebrauchen (Johannes 5,19 ). Die Missverständliche Aussage in Matth.24, 36 “Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.” sagt nicht aus, dass Jesus nicht allwissend ist, sondern sagt aus, dass die Verkündigung dieser Stunde dem Vater gebührt. Da Christus und Gott-Vater eins sind (Joh. 10,30), weiss auch der Sohn, wann seine Wiederkunft sein wird. Die Interpretation “auch der Sohn nicht” wurde später hinzugefügt. Wie lange blieb Jesus Mensch? Unser Mittler bei Gott heute ist der Mensch Jesus (1.Timotheus 2,5). Der Sohn wurde Mensch, um es für immer zu bleiben (Philipper 3,20.21; Matthäus 24,30a)! Er war keine bloße Leihgabe Gottes.

Was zeigt uns die Menschwerdung des Sohnes Gottes ?

· Gott ergreift die Initiative zu unserer Erlösung, indem er uns den Sohn sendet; Gott ist selbstlos und opferbereit (Johannes 3,16).

· Er gibt das Kostbare dahin und geht dabei das Risiko ein, den Sohn zu verlieren ( unvorstellbar, was geschehen wäre, wenn Jesus den Versuchungen Satans nachgegeben hätte)

· Gott nimmt selbst Leid auf sich (was fällt Eltern leichter: selbst zu leiden oder ihre Kinder leiden zu lassen ? ).

Was zeigt uns die Menschwerdung Christi über uns Menschen? Wie sehr wir in Gottes Augen wertgeachtet und geliebt sind (Jesaja 43,4) und dass die Verwirklichung der Erlösung der Menschen sicher ist, denn Jesus Christus ist jetzt schon als Mensch und Mittler bei Gott, dem Vater. Wie sollten wir auf die Menschwerdung des Gottessohnes reagieren?

· Wir können dankbar annehmen, was Gott für uns getan hat.

· Jesus Christus als Sohn Gottes verehren und anbeten.

· Ihn in unser Leben aufnehmen als unseren Herrn und Erlöser (Johannes 1,12). Hast du schon darüber nachgedacht, das zu tun oder hast du es schon getan?

1: Die Geschichte des Menschen

Das Aufkommen des Bösen 

Viele Menschen fragen sich: Woher Kommt das Böse in dieser Welt, all das Leid und der Tod? Wenn Gott alles geschaffen hat und allmächtig ist, warum hat er es dann nicht verhindert? Und warum lässt er es weiterhin zu? Die Bibel hilft uns durch verschiedene Aussagen zu einem besseren Verständnis.

Die Auseinandersetzung begann im Himmel 

Die Bibel berichtet in Offenbarung 12,7-9 über einen Kampf im Himmelzwischen zwei Mächten. Sie werden mit symbolischen Namen bezeichnet: Michael(hebräisch) bedeutet ” Wer ist wie Gott? ” . Damit ist der Sohn Gottes gemeint (siehe Daniel 12,1). Mit dem Symbol des Drachen wird der Teufel (griechisch: diabolos, d. h. Verleumder) und Satan (hebräisch: satanas, d. h. Widersacher oder Feind ) dargestellt (Vers 9a), der in der Gestalt der alten Schlange auch die ersten Menschen verführte. Von den Engeln standen ein Drittel auf der Seite Satans (siehe Vers 3 + 4).

Wir erfahren hier nicht, worum und mit welchen Mitteln gekämpft wurde. Satan aber verlor diese Auseinandersetzung und wurde schließlich zusammen mit seinen Anhängern aus dem Himmel auf die Erde geworfen (V. 8.9; endgültig geschah dies allerdings erst nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt, wie der Zusammenhang in V. 5.10-12 zeigt, vergl. Joh 12,31-33).

Die Rebellion gegen Gott hat ihren Ursprung also beim Teufel. Der Sohn Gottes ist aufgetreten, um seinen Machenschaften entgegen zu wirken und schließlich die Werke des Teufels zu zerstören (1.Johannesbrief 3,9). Aber woher kam Satan überhaupt?

Die Herkunft des Teufels bzw. Satans 

In Hesekiel 28,11-19 finden wir ein Klagelied über den König von Tyrus (bitte die Texte lesen). Die Hafenstadt Tyrus war die Heimat der Phönizier, die damals den Handel auf dem Mittelmeer beherrschten. Die Aussagen dieses Klageliedes passen aber nicht wörtlich auf einen irdischen König: er war nie das Abbild der Vollkommenheit (V.12) und ohne Tadel (V.15), er war nicht in Eden und von Gott direkt geschaffen (V.13), nie ein schirmender Cherub (die Cherubim sind die höchsten Engelwesen) oder ein Gott (V.14).

Aus der Parallele zu Offb 12,7-9 (Erhebung und Verstoßung) können wir schließen, dass in diesem Klagelied eigentlich Satan gemeint ist. Der gottlose König von Tyrus, ein Feind des Volkes Gottes, hatte ähnliche Züge wie Satan (Hes 28,2‑8; zu den Abkürzungen siehe die Einleitungen der Bibeln), daher war er ein passendes Bild für den Teufel. Beziehen wir diese Schilderung auf Satan, dann erfahren wir hier folgendes über seine Herkunft und sein Wesen:

  • Er war von Gott vollkommen, voller Weisheit und ohne Tadel erschaffen worden (V.12b).
  • Er war das höchste Engelwesen (ein schirmender Cherub, V.14a), er war das höchste Geschöpf (wie ein Gott, V.14b) und stand damit dem Sohn Gottes am nächsten.
  • Irgendwann erhob er sich gegen Gott und fing an, gegen ihn zu arbeiten. Er beging Unrecht und Frevel, er versündigte sich (V.15.16).
  • Daraufhin wurde er aus der Gegenwart Gottes verstoßen (V.16b).
  • Satan überhob sich, weil er scheinbar anfing, sich auf seine Fähigkeiten und Weisheit etwas einzubilden (V.17a). Er blickte zu viel auf sich (sozusagen in den Spiegel), anstatt seinem Schöpfer für alles dankbar zu sein.(Wenn wir Gott in unserem Leben aus dem Auge verlieren, dann geht etwas grundsätzlich schief in unserem Leben!)
  • Schließlich wird er einmal gänzlich untergehen (Verse 18 und 19 sind in älteren Lutherübersetzungen in der Zukunftsform). Das Böse wird sich einmal selbst zugrunde richten (dazu später mehr).

Satans Absichten und Motive und sein Vorgehen

Näheren Aufschluss über die Motive und Absichten Satans bekommen wir in Jesaja 14,12‑14. Unter dem Bild des Königs von Babylon (ebenfalls ein Feind des Volkes Gottes) wird Luzifer geschildert (so die lateinische Vulgata‑Übersetzung des Alten Testamentes, wörtlich: “Lichtträger” oder “Scheinender” ; in der Lutherübersetzung “Morgenstern” nach der griechischen Septuaginta‑ Übersetzung des Alten Testamentes). Luzifer war voller Selbstsucht geworden (fünfmal sagt er: “ich will…”): alles dreht sich um ihn, er will alles für sich. Das steht im Gegensatz zum Lebensprinzip des Universums, dem selbstlosen Dienst für andere.

Gott hat also keinen Teufel geschaffen, sondern Luzifer, ein untadeliges Engelwesen mit hervorragenden Fähigkeiten in höchster Stellung nach dem Sohn Gottes. Doch Luzifer war mit seiner Stellung irgendwann nicht mehr zufrieden, er wurde eifersüchtig auf Gottes Sohn, der doch sein Schöpfer war (siehe Kol 1,15.16), und wollte dem Allerhöchsten gleich sein (Jes 14,14).

Es gibt also keine plausible Erklärung, keinen hinreichenden Grund für die Rebellion Luzifers. Doch die Bibel zeigt eines deutlich: Gott war dafür nicht verantwortlich.

Wie hätte Gott verhindern können, dass eines seiner Geschöpfe gegen ihn rebelliert? Doch nur, indem er ihnen keine Willensfreiheit gegeben hätte, sondern sie als Roboter oder Marionetten geschaffen hätte. Die freie Willensentscheidung
ist aber die Grundlage für Vertrauen und Liebe zwischen Personen. Gott war es offensichtlich wichtiger, mit seinen Geschöpfen eine Vertrauens- und Liebesbeziehung haben zu können, als jede Möglichkeit der Empörung oder des Ungehorsams auszuschließen. Gott ging dabei bewusst ein Risiko ein. Die Möglichkeit von Vertrauen und Liebe untereinander war ihm das offensichtlich wert.

Wie ging Luzifer bei seiner Empörung vor? Aus den Wesenszügen Satans, die in einigen Bibelstellen fast nebenbei erwähnt werden, können wir das schlussfolgern:

  • Er verbreitete Verleumdungen und Lügen über Gott, denn er ist der Erfinder (der Vater) der Lüge, sagt Jesus in Johannes 8,44.
  • Er arbeitete mit List, die schwer zu durchschauen war, und stellte Gott als ungerecht hin (Apostelgeschichte 13,10).
  • Er gab sich dabei den Anschein eines Wohltäters, denn er gibt sich gern als ein Engel des Lichts aus (2.Korinther 11,14.15).

Luzifer behauptete, besser regieren zu können als Gott: Gott sei selbstsüchtig, sein Gesetz unvollkommen und überflüssig. Die Engel bräuchten das nicht. Luzifer zog Gottes gute Absichten und Motive in Zweifel und unterstellte ihm seine eigenen.

Luzifers Täuschung war natürlich schwer zu durchschauen. Die Engel standen vor der Frage: Wem sollten sie vertrauen, Luzifer oder Gott? (Für die Engel war es also selbst in der Gegenwart Gottes notwendig zu vertrauen!)

Die Reaktion Gottes auf Satans Machenschaften

Wie mag Gott auf Luzifers Machenschaften reagiert haben? Sicherlich, wie es seinem Charakter entspricht (siehe Psalm 103,8.10; 2.Mose 34,6), mit großer Nachsicht und Geduld. Er versuchte ihn zur Umkehr zu bewegen und bot ihm Vergebung an, wenn er sein Unrecht und seine Fehler eingestand. Doch Luzifer scheint das als Schwäche ausgelegt zu haben. Er war zu stolz geworden und wollte sich Gott nicht wieder unterstellen.

Es stellt sich die Frage: Warum vernichtete Gott Luzifer nicht, als er in seiner Empörung beharrte und sich selbst zum Satan (d. h. zum Widersacher oder Feind) machte? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Durch Satans Vernichtung wären seine Lügen und Verleumdungen gegen Gott nicht ausgeräumt worden, sondern hätten im Gegenteil noch mehr Nahrung bekommen. (Man bringt Verleumdungen nicht aus der Welt, indem man den Lügner umbringt!)
  • Gott wäre durch Satans Vernichtung als ein Mörder erschienen, was unvereinbar mit seinem Charakter der Liebe und Barmherzigkeit ist. Die übrigen Engel hätten Gott in Zukunft mehr aus Angst statt aus Liebe gedient. Gehorsam aus Angst bringt aber ziemlich wahrscheinlich den Charakter eines Rebellen hervor! Die nächste Rebellion wäre also irgendwann bestimmt gekommen.

Die Vernichtung Satans und der Einsatz von Macht war also aus mehreren Gründen keine Lösung dieses Problems! Wir stellen fest: mit Gottes sog. Allmacht war hier offenbar nichts zu erreichen! Angesichts der Machenschaften Satans musste Gott einen anderen Weg finden.

Was konnte Gott in dieser Situation dann tun? Er musste Satan Gelegenheit geben zu wirken, damit er sein wahres Wesen und seine Absichten selbst entlarvt. Nur so würde offenbar werden, wohin eine Rebellion gegen Gott führt und welche schrecklichen Folgen die Übertretung seines Gesetzes der Liebe hat. Zugleich aber würde in dieser Auseinandersetzung Gottes wahres Wesen offenbar werden, die Größe seiner Liebe und Barmherzigkeit, seine Treue und Gerechtigkeit. Am Ende wird Gottes Charakter und sein Handeln gerechtfertigt sein.

Wegen der Anschuldigungen Satans muss Gott diese Auseinandersetzung fair und gerecht führen. Er wird das so konsequent tun, dass selbst Satan das am Ende anerkennen wird. Gott muss daher Satan jetzt dieselben Rechte und Freiheiten geben, die er auch hat. Er kann Satans Handeln nicht einfach beschränken. Das erklärt, weshalb in unserer Welt so viel Unrecht und Leid herrschen - und Gott wenig dabei tut.

Selbstsucht, Sünde, Krankheit, Leid und Ungerechtigkeit haben ihren Ursprung in Satan. Gott kann diese Folgen vor dem Ende der Auseinandersetzung nicht verhindern oder einfach aufheben, aber er wirkt ihnen entgegen.  Aus diesen Folgen lernen wir, wohin das Böse führt.

Das Drama der Sünde musste einmal durchgespielt werden, damit der Charakter des Bösen und das Wesen Gottes für alle Geschöpfe deutlich offenbar würde. Dies wird eine bleibende Lehre und Erfahrung für das ganze Universum sein und ein wirksamer Schutz gegen zukünftige Empörungen (siehe Nahum 1,9). Wenn sich der Bazillus des Bösen einmal ausgewirkt hat, wird das die Wirkung ähnlich wie bei einer Schutzimpfung haben und das Weltall wird immun dagegen werden.

Am Ende wird die Gerechtigkeit des Handelns Gottes von allen Geschöpfen anerkannt werden (Offenbarung 15,3.4). Es wird allen sichtbar werden, dass Gott ein Wesen voller Liebe und Barmherzigkeit ist, der die Willensfreiheit seiner Geschöpfe mit all ihren unvermeidlichen negativen Folgen respektiert und dennoch liebevoll und geduldig um ihre Liebe und um ihr Vertrauen wirbt.

Die Verführung der ersten Menschen

Wie wurden wir Menschen in die Rebellion Satans gegen Gott hineingezogen und welche Folgen hatte das? Und warum verhinderte Gott das nicht?

Die Erschaffung der ersten Menschen 

 Gott, der Vater und der Sohn haben gemeinsam den Menschen zu ihrem Bild geschaffen (1.Mose 1,26.27; Kol 1,15.16; Hebr 1,2; zu den Abkürzungen siehe die Einleitungen der Bibeln). Der Mensch ist nicht das Ebenbild Gottes (das ist allein Jesus Christus, siehe Kolosser 1,15; Hebräer 1,3), sondern ein Abbild (Anm. EB= Elberfelder Bibel), das Ähnlichkeiten mit Gott besitzt: wir sind auf Beziehungen angelegt, wir haben die Fähigkeiten zu lieben, zu vertrauen und schöpferisch tätig zu sein und eine freie Willensentscheidung. Adam und Eva sind gemeinsam das Abbild Gottes. Ihre Beziehung zueinander sollten etwas von den Beziehungen innerhalb der Gottheit widerspiegeln.

     In 1.Mose 2 finden wir einen Detailbericht über ihre Erschaffung. Gott nahm ganz gewöhnliches Material von der Erde (V.7, darauf deutet der Name Mensch, hebräisch adam, hin: der Erdboden heißt adama). Nicht im Material des Menschen liegt das Besondere. Gott brachte Struktur und Information hinein (“er bildete”, Zürcher Bibel), und stattete es mit unpersönlicher Lebenskraft aus (dem Odem, wie Strom). So wurde (nicht: bekam) der Mensch eine lebendige Seele (V.7b EB). Der ganze Mensch ist also eine Seele. Dies widerspricht der ägyptischen und griechischen Anschauung, der Mensch bestehe aus einem sterblichem Körper und unsterblicher Seele.

     Eva wurde aus der Seite (nicht Rippe) Adams geschaffen (V.21.22)als (wörtl.) eine Hilfe als sein Gegenüber (V.18 Anm., keine Gehilfin), um zu zeigen, dass sie ihm ebenbürtig und gleichberechtigt zur Seite steht. Gott machte alles sehr gut (Kap. 1,31). Die ersten Menschen waren ohne Fehler.

Die Menschen im Paradies 

 Die Aufgabe der ersten Menschen bestand darin, sich zu vermehren, die Erde zu füllen, über die Tiere zu herrschen (Kap. 1,26.28) und den Garten Edenzu bebauen und bewahren (Kap. 2,15). Sie waren als Verwalter oder Haushalter Gottes eingesetzt und sollten die Erde kreativ in einen Garten verwandeln.

     Gott gab den Menschen einfache Gebote (Kap. 2,9.16.17). Vom Baum des Lebens sollten sie essen, weil dadurch ihr ewiges Leben erhalten wurde (Kap. 3,22b). Vom Baum der Erkenntnis durften sie dagegen nicht essen. Er symbolisierte Gottes Eigentumsrecht. Durch ihn würden sie nicht mehr Wissen erlangen, sondern am eigenen Liebe erfahren, was gut und böse ist.

  Äußerlich gesehen waren diese beiden Bäume ähnlich. Sie sollten darauf vertrauen, dass Gott mit seinen Anweisungen eine weise Absicht verfolgt und ihm deshalb gehorchen. Schon im Paradies sollten die Menschen aus dem Vertrauen auf Gottes Wort leben, das zum Gehorsam führt.

     Weshalb gab Gott Adam und Eva überhaupt Gebote und Verbote?

1. Dies entsprach der Gerechtigkeit und Fairness Gottes gegenüber Satan. Die Engel waren auf die Probe gestellt worden, wem sie vertrauen und dienen würden. Alle anderen intelligenten Geschöpfe mussten sich ebenso entscheiden können, also auch die Menschen.

2. Gebote waren notwendig für die Charakterentwicklung der Menschen. Sie waren zwar mit vollkommenen Anlagen geschaffen (ohne irgendwelche Neigungen zum Bösen, siehe 1.Mose 1,31), aber nicht mit einem fertig ausgebildeten Charakter. Zu seiner Entwicklung sind moralische Entscheidungen nötig, also Entscheidungen über Gut und Böse. Durch den Baum der Erkenntnis gab Gott ihnen dazu Gelegenheit. Dies bestätigte, dass die Menschen nicht als bloße Marionetten geschaffen waren. Durch ständigen Gehorsam wären sie im Laufe der Zeit unverführbar geworden.

3. Das Verbot Gottes richtete sich auch gegen die ursprüngliche Sünde Satans, gegen die Selbstsucht. Bei den Menschen sollte kein Egoismus aufkommen. Es erinnerte sie daran, dass Gott der Eigentümer der Erde ist.

     Kündete Gott mit dem Satz Wenn du davon isst, musst du sterben (Kap. 2,17) eine willkürliche Strafe oder eine zwangsläufige Folge der Sünde an? Er warnte sie vor einer unausbleiblichen Folge, denn Ungehorsam ist Auflehnung gegen Gott und bewirkt Trennung von ihm (Jes 59,2), dem Erhalter des Lebens. Wer sich von Gott trennt, für den bleibt nur der Tod (Röm 6,23)!

Die Verführung der ersten Menschen  

Adam und Eva waren sicher über die Rebellion Satans informiert worden. Satan wusste, dass er die Menschen nur mit List verführen konnte. Wie ging er dabei vor? 1.Mose 3,1 zeigt es:

  •   Satan benutzte ein Medium, die Schlange (Offb 12,9). Sie gehörte  ursprünglich zu den klügsten und schönsten Geschöpfen.
  •  Satan wirkte ein Wunder: die Schlange sprach.
  •   Dann zog er Gottes Wort in Zweifel: Sollte Gott gesagt haben?

Dieselbe Taktik benutzt Satan im Prinzip bis heute noch:

  •  Er erscheint nie persönlich, er gebraucht stets Werkzeuge.
  •  Er wirkt Wunder, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen.
  •  Er zieht Gottes Aussagen in Zweifel, stellt die Bibel als unzuverlässig dar.
  •   Stets ist es sein Ziel, uns zum Ungehorsam zu bewegen (siehe Mt 24,24; 2.Kor 11,13-15; 2.Thess 2,9.10).

     Eva machte es auf verschiedene Weise Satan leichter, sie zu verführen: sie entfernte sich von Adam (zu 1.Mose 3,6c siehe unten), ging zum Baum der Erkenntnis, betrachtete die Frucht und fragte sich, weshalb Gott sie ihnen wohl vorenthielt. Jetzt sprach Satan sie in Gestalt der Schlange an und Eva ließ sich auf eine Unterhaltung ein (1.Mose 3,2.3). Eva verschärfte/ „übertrieb“ dabei das Gebot Gottes: man dürfe die Frucht nicht berühren. Das wirkte sich verhängnisvoll aus, wie wir noch sehen werden.

     Die Schlange gab mehrere Versprechen und mischte dabei Wahrheit mit Lüge (V. 4.5): Satan behauptete, es gäbe für die Menschen keinen Tod, sie seien unsterblich. Sie würden eine tiefere Erkenntnis erlangen (wissen, was gut und böse ist – aus eigener Erfahrung) und schließlich sein wie Gott (das war Satans eigenes Bestreben gewesen, siehe Jesaja 14,14).

     Die Aussage der Schlange über den Tod stand im klaren Gegensatz zu den Worten Gottes (vergleiche 1.Mose 3,4 mit Kap. 2,17b). Die entscheidende Frage für Eva war: Wem würde sie vertrauen (glauben)? Denn es bestand keine Notwendigkeit von dem verbotenen Baum zu essen, alles, was ihren Bedürfnissen entsprach, war vorhanden. Ihre Sünde bestand im mangelnden Vertrauen zu Gott.

     Wie aber schaffte es Satan, Eva zum Essen der Frucht zu veranlassen? Folgende Erklärung erscheint plausibel: Die Schlange behauptete, sie hätte selbst von der verbotenen Frucht gegessen und dadurch die Fähigkeit zum Sprechen bekommen. Wenn Eva davon essen würde, würde sie wie Gott wer­den ( verborgene Erkenntnis und Macht bekommen- zu Gott werden). Vielleicht pflückte die Schlange eine Frucht und drückte sie Eva in die Hand ( denn zu dem Zeitpunkt hatte die Schlange Glieder!). Nach Evas eigenen Worten hätte sie jetzt sterben müssen, aber es passierte nichts! Das Anrühren war ja nicht verboten, Eva hat durch ihre Verschärfung der Worte Gottes nichts gutes getan. Nun hatte die Schlange plötzlich recht! Eva war verwirrt. Jetzt kamen ihr neue Überlegungen und sie aß die Frucht (V. 6).

Gott hätte an dieser Stelle eingreifen können und alles verhindern können, bevor Eva die Frucht aß aber das würde absolut gegen Gottes Prinzip verstoßen: die Freiheit selbst zu entscheiden. Wenn Gott eingeschritten wäre, wäre der Mensch kein freies Geschöpf mehr gewesen, sondern nur eine Marionette.

     Adam war nicht zugegen gewesen, als Eva verführt wurde (V.6c: der bei ihr war ist nicht korrekt übersetzt: wörtlich heißt es nur: bei ihr, siehe Zürcher Bibel). Adam erkannte sogleich, dass der Feind Eva verführt hatte und sie nun nach den Worten Gottes sterben musste. Damit würde er seine Frau verlieren! Dieser Gedanke beschäftigte Adam so sehr, dass Liebe, Dankbarkeit und Treue gegenüber seinem Schöpfer von den Gefühlen für Eva verdrängt wurden. Adam entschied sich, das Schicksal seiner Frau zu teilen und aß daher die Frucht auch (V. 6c).

     Adam sündigte in vollem Bewusstsein, er wurde nicht wie Eva verführt (1.Timotheus 2,14; Römer 5,12.14). Er stellte die Liebe zu seiner Frau über die Liebe zu Gott. Damit setzte er die falsche Priorität und sündigte gegen das größte Gebot, Gott über alles zu lieben (Mattäus 22,36-38).

     Evas Sünde bestand in mangelndem Vertrauen zu Gott, Adams Sünde in mangelnder Liebe zu Gott. Die Übertretung des Gebotes Gottes war nur die Folge davon. Dadurch wurde ihr gutes Verhältnis zu Gott zerstört. Verhalten wir uns nicht auf anderen Gebieten manchmal ähnlich wie sie?

Die Folgen des Sündenfalls   

Durch das Medium, die Schlange, die Satan benutzte, gaukelte er Eva vor, sie würde wie Gott werden und verborgene (okkulte) Erkenntnis erhalten. Zeigte sich, nachdem Eva und Adam von der Frucht aßen, dass sie wie Gott geworden sind und Erkenntnis wie Gott erlangten? Das Gegenteil geschah, Adam und Eva haben ihre Unsterblichkeit verloren und die einzige Erkenntnis, die sie erhalten haben, war die Erkenntnis von ihrer Sünde und deren erste Folgen.

Die Menschen verloren das Symbol ihrer Rechtschaffenheit, eine Art Ausstrahlung oder „Lichtkleid“ (siehe die Erfahrung von Mose in 2.Mose 34,29f.), und fühlten sich daher nackt (1.Mose 3,7).

     Plötzlich hatten sie Angst vor Gott und flüchteten vor ihm (V.8-10). Das ist die typische Reaktion des sündigen Menschen: er läuft von Gott weg, kehrt ihm den Rücken zu. Aber Gott ist auf der Suche nach uns.

     Die ersten Menschen zeigten keine Einsicht ihrer Sünde (V.11-13): Adam schob die Schuld auf Eva und indirekt auf Gott, Eva auf die Schlange. Ohne dass etwas Weiteres vorgefallen war, gab es Konflikte und Uneinigkeit unter- einander. Wo die Beziehung zu Gott nicht mehr in Ordnung ist, sind auch die Beziehungen zueinander gestört.

     Nun gab es auch Schmerzen und Mühsal (V.16). Die Frauen würden durch die Männer unterdrückt (V.16b heißt wörtlich: er wird über dich herrschen; auch in den folgenden Versen ist soll/sollst wörtlich: wird/wirst, vgl. GNB = Gute Nachricht Bibel oder Hfa = Hoffnung für alle – Die Bibel). Arbeit kostete nun Anstrengungen (V.17.18). Auch die Natur kam in Unordnung, entweder durch die geänderten Umstände in der Natur veränderte sich diese/ versuchte sich diese anzupassen oder durch Satans Eingreifen in die Gene: es gibt seitdem Dornen.

     Durch die Trennung von Gott verloren die Menschen das ewige Leben, sie mussten nun sterben (V.19). Damit hielten auch all die Vorboten des Todes Einzug: die Vergänglichkeit alles Lebendigen, der Verfall, das Abnehmen der Körperkräfte und Krankheiten. Zuletzt verloren sie ihre paradiesische Heimat und der Zugang zum Baum des Lebens wurde ihnen verwehrt (V.22-24).

Die erste Ankündigung der Erlösung   

Gott verhieß den Menschen sogleich die Erlösung (V.14.15). Der Nachkomme der Schlange ist Satan, der sie als Medium benutzte. Mit dem Nachkommen Evas ist Christus gemeint (vgl. Galater 3,16). Er wird Satan endgültig überwinden (den Kopf zertreten), während Satan Christi Tod am Kreuz bewirkte (darauf weist das in die Ferse stechen hin). Gerade dieser stellvertretende Tod Christi jedoch wird für die Menschen die Erlösung von der Herrschaft Satans und den Folgen des Sündenfalls bringen (Hebr 2,14.15).

     Die Notwendigkeit eines stellvertretenden Opfers wurde Adam und Eva von Gott persönlich demonstriert (1.Mose 3,21): Er tötete ein Tier, d. h. Gott brachte selbst ein Opfer, und so bekamen sie Röcke von Fellen, die er ihnen anzog. Sie sind ein Symbol für die Gerechtigkeit Christi, die uns auf Grund unseres Glaubens, d. h. unseres Vertrauens auf Jesus Christus zugerechnet wird (Röm 3,24-26; Jes 61,10). Gott tut alles Erforderliche zu unserer Rettung.

Kreation oder Evolution ?

Einige Tatsachen zur Frage: Schöpfung oder Entwicklung? 

Die Bibel sagt, Gott habe alles Leben auf dieser Erde in sechs Tagen durch sein Wort erschaffen. Die meisten Wissenschaftler sind heute der Ansicht, das Leben und alle Tierarten seien von selbst in Hunderten von Millionen Jahren entstanden. Wem sollen wir glauben? Acht Tatsachen können Klarheit vermitteln.

1. Kein Mensch hat die Entstehung der Lebewesen auf der Erde beobachten kön­nen. Es gibt keine Augenzeugenberichte oder schriftliche Dokumente darüber. Sie liegen aber sonst Aussagen der Geschichtswissenschaft zugrunde.

2. Kein Mensch hat jemals eine Entwicklung von niederen in höhere Lebewesen beobachtet oder experimentell nachvollzogen (wohl aber Veränderungen innerhalb derselben Art, z.B. bei Hunden). Bei der Entstehung des Lebens und der Arten handelt es sich also anscheinend um einen einmaligen Vorgang. Demgegenüber sind aber nur stets überall wiederholbare Ablaufe die Grundlage für exakte, verlässliche Aussagen der Naturwissenschaften. Sie können also prinzipiell keine Aussage über die Entstehung des Lebens auf der Erde machen.

3. Bei Aussagen auf diesem Gebiet sind wir also vollständig auf die Naturphilosophie oder die Interpretation der Fossilien von früheren Lebewesen angewiesen.  Die Fossilienfunde beweisen jedoch keinesfalls, dass eine Entwicklung von höheren Tier- oder Pflanzenarten aus niederen stattgefunden hat:

a. Bei der Datierung der Fossilien vollzieht man einen Zirkelschluss: Von dem Vorkommen bestimmter Fossilien schließt man auf das Alter einer geologischen Erdschicht ( so genannte Leitfossilien, bei denen aber die Höherentwicklung bereits vorausgesetzt wird! ). Von dieser Erdschicht schließt man dann wieder auf das Alter der darin gefundenen Fossilien. Das Alter von Sediment-( Ablagerungs)  gestein, in denen die Fossilien vorkommen, kann man nicht direkt mit Datierungsmethoden (aufgrund radioaktiven Zerfalls) bestimmen, sondern nur das Alter von metamorphen (Erstarrungs-)Gestein (z.B. Lava), in denen keine Fossilien vorkommen. Ferner beruhen diese Datierungsmethoden auf Voraussetzungen, die unbewiesene oder unbeweisbare Annahmen sind (z.B. eine konstante Halbwertszeit der radioaktiven Elemente; weder die Ausgangsstoffe noch die Endprodukte dürfen verschwunden oder dazugekommen sein).

b. An keinem Ort der Erde finden sich die Gesteinsschichten mit den Fossilien in der von der Entwicklungslehre angegeben Reihenfolge. Meist finden sich an einem Ort nur wenige Schichten; manchmal ist dabei die Reihenfolge der Fossilien völlig anders, als man erwarten würde, ohne dass es dafür Erklärungen gibt (wohl aber viele unterschiedliche Annahmen).

c. In der Präkambriumschicht finden sich kaum Fossilien, aber in der direkt darauf folgenden Kambriumschicht finden sich komplizierte Fossilien fast aller Stämme der Lebewesen (außer den Wirbeltieren)! Damit fehlt jegliche Zeit für die Entwicklung dieser Lebewesen nach dem Evolutionsschema. Dies ist eines der größten Rätsel für die Evolutionisten, denn es weist eher auf eine universelle Katastrophe hin (wie z.B. die Sintflut) als auf eine Höherentwicklung der Arten auseinander.

d. Es fehlen bei den Fossilien fast jegliche Art von Übergangsformen zwischen den verschiedenen Arten der Lebewesen, obwohl es diese zu Tausenden gegeben haben muss. Das Paradebeispiel des „Urvogels“ Archaeopteryx, den man in Schieferablagerungen Süddeutschlands gefunden hat, ist ohne Beweiskraft, weil es sich eindeutig um einen Vogel handelt (mit wenigen, angeblich reptilienähn­lichen Merkmalen, die sich allerdings auch bei einigen heutigen seltenen Vogelarten finden), und man zudem Fossilien von Vögeln gefunden hat, die (gemäß dem Evolutionsschema) zig-Millionen Jahre älter sein sollen.

4. Ähnlichkeiten im Bauplan verschiedener Lebewesen sind keinerlei Beweis für Abstammung voneinander (Beispiel: verschiedene Fahrzeuge mit Rädern). Es ist nur logisch, dass Bauteile, die sich bewährt haben, des Öfteren (von einem Schöpfer) benutzt werden. Vor allem weisen Lebewesen, die sich in bestimmten äußeren Merkmalen gleichen, oft große Unterschiede in anderen Bereichen auf.

5. Zufällige Veränderungen der Erbanlagen (Mutationen) sind, sofern sie überhaupt einen Einfluss haben, meistens schädlich. Sie sind ungeeignet, die Höherentwicklung eines Lebewesens zu bewirken, denn dazu müssten sehr viele Veränderungen koordiniert auf einmal stattfinden. Beispiel: Für ein funktionierendes Auge müssten sich neben Netzhaut und Linse auch gleichzeitig in demselben Lebewesen die Sehnerven entwickeln sowie ein System zur Verarbeitung der Informationen im Gehirn, sonst würde das alles keine Vorteile im Kampf um das Überleben, dem angeblichen Motor der Evolution, bringen.

6. Das Prinzip der Höherentwicklung der Lebensformen ohne Eingreifen einer schöpferischen Intelligenz von außen widerspricht grundlegenden naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten:

a. Der zweite thermodynamische Hauptsatz besagt, dass in einem geschlossenen System alle Naturprozesse auf einen Zustand größerer Wahrscheinlichkeit hinauslaufen. Anders gesagt: Ohne Eingriff von außen entsteht aus Ordnung stets die wahrscheinlichere Unordnung, aber nie umgekehrt! Eine Höherentwicklung durch Zufall (ohne ordnenden Eingriff) ist damit prinzipiell ausgeschlossen.

b. Die Gesetze der Informationswissenschaft besagen, dass Information nie aus Materie entstehen kann, auch nicht in sehr langen Zeiträumen. Nur Information kann wieder Information hervorbringen. (Beispiel: Ein Affe an einem Computer wird nie einen Roman schreiben; Meereswellen werden nie eine intelligente Botschaft in den Sandstrand zeichnen. Wenn wir eine Flaschenpost finden, nehmen wir zu Recht an, dass jemand die Botschaft geschrieben hat.)

Die Quelle der Information muss ferner stets mehr Information besitzen, als sie weitergeben kann. Die gesamte Information für den Aufbau und die Funktionsweise eines Lebewesens ist in den winzigen Chromosomen der Zellkerne gespeichert. Sie würde ausgeschrieben ein zig-bändiges Lexikon füllen. Diese enorme Menge an Information muss aus einer Quelle kommen, die dem Menschen, dem höchsten Glied der Entwicklung oder Schöpfung, überlegen ist. Und da der Mensch ein Wesen mit Persönlichkeit ist, muss diese Quelle ebenfalls ein personales Wesen sein. Eine solche Person, die mehr Information als wir Menschen besitzt, bezeichnen wir per Definition als (einen) Gott.

7. Die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass die Information der Chromosomen der Zellkerne durch zufälliges Zusammentreffen der benötigten Substanzen (und deren Anordnung in der richtigen Reihenfolge wie Buchstaben und Worte) entstanden ist, ist mathematisch gleich Null. Sie ist geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Explosion einer (altmodischen) Setzerei die Lettern so geordnet auf die Erde fallen, dass man sofort ein Lexikon drucken könnte (ohne Druckfehler natürlich!).

Die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Entstehung des Lebens aus toter Materie ist nach einer Berechnung geringer als die Wahrscheinlichkeit, 26 000 Jahre lang jede Woche 6 Richtige im Lotto zu haben (bei nur einem Spiel pro Woche; die Wahrscheinlichkeit, bei einem Spiel 6 Richtige zu haben, ist 1 zu 13 985 816!). Dabei konnte man die sieben wichtigsten Substanzen zur Entstehung einer    lebensfähigen Zelle noch nicht einmal im Laboratorium herstellen, trotz unserer technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten!

8. Kosmologen diskutieren seit Jahrzehnten die Bedeutung des so genannten „anthropischen Prinzips“, d. h. die Tatsache, dass viele Naturkonstanten Werte haben, die aufgrund der Relativitätstheorie Einsteins die Entstehung von Planetensystemen erst ermöglichen. Bei nur geringfügigen Abweichungen  wäre das unmöglich. Mit anderen Worten: Von seinen Ursprungsbedingungen her ist das Universum auf die Existenz des Menschen hin angelegt. Zusammen mit der Tatsache, dass auch geringe Abweichungen in der Konstellation unseres Sonnensystems das Leben auf der Erde unmöglich machen würden, weist das auf eine intelligente Macht hin, die diese Bedingungen so geschaffen hat.

Zusammenfassung: Die Höherentwicklung der Arten ist also keinesfalls wissenschaftlich bewiesen (wie es meistens behauptet wird), sondern lediglich eine Hypothese, d.h. eine unbewiesene Annahme! Die exakte Naturwissenschaft kann darüber gar keine Aussagen machen. Es hangt daher allein von meiner Entscheidung ab, was ich für wahr halte: den biblischen Schöpfungsbericht oder die   Evolutionstheorie. Die wissenschaftlichen Tatsachen lassen sich in beiderlei Richtung interpretieren, daher muss ich an beides glauben.

Es gibt viele bedeutende Naturwissenschaftler, die die Evolutionstheorie ablehnen und überzeugt sind, dass Gott die Welt geschaffen hat. Hunderte davon haben sich in der Gesellschaft für Schöpfungsforschung zusammengeschlossen.

Der biblische Schöpfungsbericht

Die biblische Schöpfungsberichte (in 1.Mose 1,1 bis 2,4a und der Detailbericht in 2,4b-25) sind von einem geozentrischen Standpunkt aus in teils poetischer Weise geschrieben worden. Sie benutzen weder eine naturwissenschaftliche Ausdrucksweise noch schildert er die Entstehung des gesamten Universums.

1.Mose 1,1 ist eine Überschrift wie Kap. 2,4a eine Zusammenfassung ist. Die Bedeutung von Himmel und Erde muss aus dem Kontext in Kap. 1,7-10 bestimmt werden: Die Atmosphäre und der Erdboden (im Gegensatz zum Meer) sind hier gemeint, nicht der Planet Erde. Er kann viel älter sein als das Leben auf ihm. Dem Schöpfungsbericht stehen daher lange Zeiträume, die für die Existenz unseres Planeten angenommen werden, nicht entgegen (vgl. Kap. 1,2).

Der biblische Bericht benutzt natürlich menschliche Ausdruckweisen und Bilder. Aber in seinen Grundaussagen über die Erschaffung der Menschen steht er durchaus in Übereinstimmung mit unseren modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Wenn Gott den ersten Menschen aus Staub vom Erdboden bildete (1. Mose 2,7 Zürcher), bedeutet das: Er nahm gewöhnliche Elemente, die überall vorkommen, und brachte sie in eine neue, höhere Ordnung. Modern ausgedrückt: Er steckte Information in Materie hinein. (Weder die Zeit noch die Materie konnten sie aus sich hervorbringen, wie bereits dargelegt.) Doch das genügte nicht, um den Menschen lebendig zu machen. Gott blies ihm dann den Odem des Lebens ein. Das ist die unpersönliche Lebenskraft Gottes, etwa vergleichbar elektrischem Strom. Durch sie unterscheidet sich eine lebendige Seele (EB; ein lebendiger Mensch) von einer toten Seele, einer Leiche (4.Mose 6,6 EB Anm.)

Die Wissenschaft kann weder beweisen, dass es Gott gibt, noch kann sie beweisen, dass es keinen Gott gibt. Alle Argumentationen über die Existenz Gottes führen aus dem Bereich der Wissenschaft heraus in den Bereich der Religion. Religion ist nun mal eine Entscheidungssache, welchen Indizien man glauben möchte, denn auch der Atheismus ist eine Religion.

Literatur: W. J. Ouweneel: Hat die Evolutionslehre einen wissenschaftlichen Charakter?; Werner Gitt: In 6 Tagen vom Chaos zum Menschen; Werner Gitt, Hg.: Am Anfang war die Information; Duane T. Gish: Fossilien: Stumme Zeugen der Vergangenheit; Siegfried Scherer: Die Suche nach Eden; W. Glashouver: So entstand die Welt; Peter Kruszyna: Das Wunder: Die Schöpfung 

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I. Die Folgen des Sündenfalles  

1.   Ein gebrochenes Vertrauensverhältnis:

Misstrauen gegenüber Gott.

 2.   Ein gestörtes Liebesverhältnis zu Gott:

Es herrscht Angst vor ihm statt Liebe zu ihm.

 3.   Eine veränderte Loyalität (Zugehörigkeit):

die Menschen haben sich der Rebellion Satans angeschlossen, sie sind Gott ungehorsam und missachten seine Gebote.

4.   Schuld durch Übertretung des Gesetzes Gottes,

die Menschen haben den ewigen Tod verdient; Verlust der Gerechtigkeit, d. h. des Anrechts auf ewiges Leben.

 5.   Verlust des reinen Wesens der Men­schen:

ihr Charakter ist von Selbstsucht geprägt statt Nächstenliebe; Verlust der Eignung für das ewige Leben.

 6.   Verlust des ewigen Lebens/ Unsterblichkeit:

die Menschen sind sterblich geworden und dem Tod geweiht; die Folgen: Verfall, Krankheiten, und Leiden.

 7.   Verlust der paradiesischen Heimat und der unmittelbaren, sichtbaren Gegenwart Gottes. Die Menschen können Gottes Herrlichkeit nicht mehr ertragen.



II. Anforderungen an Gott

1.  Beweise seiner Vertrauenswürdigkeit (der Anspruch genügt nicht!); Entlarvung der Behauptungen und Ansprüche Satans als Lügen.

2.  Beweise seiner Liebe und Barmherzigkeit; Offenbarung des wahren Charakters Satans: seiner Selbstsucht, Machtgier und Mordlust.

3.  Die Menschen motivieren, die Rebellion aufzugeben und der Herrschaft Satans abzusagen und Gott wieder aus Liebe zu ihm gehorsam zu sein.

4.  Einen Weg finden, die Schuld der Menschen zu sühnen und ihnen die Gerechtigkeit vor Gott zurückzugeben, ohne sie zu bestrafen, ohne das Gesetz zu ändern und ohne unfair gegenüber Satan zu sein!

5.  Veränderung des Wesens der Menschen mit ihrer Einwilligung, ohne Zwang; alle Selbstsucht durch Liebe ersetzen; das Bild Gotte im Menschen wiederherstellen.

 6.  Befreiung der Menschen vom Tod und dem Verfall, von Krankheiten und allen Leiden; Verleihung des ewigen Lebens.

 7.  Wiederherstellung der paradiesischen  Zustände auf der Erde und der unmittelbaren Begegnung zwischen Gott und den Menschen.

 III. Was Gott nicht tun darf

1.  Satan, böse Engel und Menschen vernichten:

Gott wäre ein Mörder, Satans Lügen erscheinen als Wahrheit, die treuen Engel würden Angst vor Gott bekommen und irgendwann rebellieren.

 2.  Zwang ausüben und die Willensfreiheit

missachten, denn die Grundlage von Liebe und Vertrauen ist die Möglichkeit der freien Entscheidung und Wahl.

3.  Seine Macht und Autorität sehr herausstellen, 

sie erzeugt Angst statt Liebe; (Gott tat es doch manchmal, um Aufmerksamkeit zu gewinnen.)

4.  Die natürlichen Folgen der Sünde aufheben: 

Gott würde unglaubwürdig, denn er hat vor  diesen Folgen gewarnt; er darf das Gesetz von

Ursache und Wirkung nicht aufheben.

IV. Das Vorgehen Gottes zur Erlösung

1.   Er beweist seine Vertrauenswürdigkeit durch sein Handeln mit Völkern (Vorhersagen Jesaja 46, 9.10). Er gibt Satan Zeit und Gelegenheiten, bis dieser seine Absichten und Charakter selbst entlarvt.

2.   Gott beweist seine Liebe und Barmherzigkeit durch sein Handeln mit Israel (5.Mose 7,7-9) u. durch Jesus, der sein Wesen offenbart (Johannes 3,16) Satan entlarvt sich endgültig durch Tötung Jesu.

3.     Die Erkenntnis der Liebe Gottes erweckt Gegen- liebe (oder verhärtet), die zum Gehorsam und Dienst motiviert und die Angst vor Gott und seinem Gericht vertreibt (1.Joh. 4,7-19; 5,3).

4.   Gott selbst sühnt die Schuld: Christus nimmt alle Sünde auf sich und stirbt stellvertretend für uns (2.Kor 5,19-21). Wer seine Sünden bekennt und aufgibt, erfährt Vergebung (1.Joh. 1,8 - 2,2).

5.   Christus befreit (durch den Heiligen Geist) alle, die es wollen, von sündigen Gewohn­heiten und verändert ihren Charakter zur Christusähnlichkeit   (Joh. 8,34-36; 1.Kor. 6,9-11; Gal. 5,22).

6.   Bei der Wiederkunft Christi werden alle treuen Nachfolger Jesu verwandelt bzw. vom Tode auferstehen; sie erhalten einen unsterblicher Körper (1.Kor 15,51-55; 1.Thess. 4,13-17).

7.   Nachdem am Ende im Gericht alle Fragen beantwortet sind und Gott gerechtfertigt ist, erneuert er die Erde und macht sie zur Wohnstätte für sich und die Menschen (Offenb. 21,1-5).

V. Anforderungen an den Erlöser

1.  Er muss Gottes Charakter getreu darstellen in einer Weise, die die Menschen und die Engel verstehen und begreifen können. Dazu muss er mit Gott wesensgleich sein.

2.  Er muss uns Menschen gleich werden, um sich uns verständlich zu machen, unser Stellver­treter zu werden und Satan in seinem eigenen Herrschaftsbereich zu begegnen.

3.  Er muss selbst sündlos bleiben und beweisen, dass die Menschen aus der Kraft Gottes gehorsam sein können und nicht zur Sünde gezwungen werden können.

4.  Er muss alle Sünden auf sich nehmen und die Strafe dafür (den ewigen oder 2.Tod) erleiden. Sein Opfer muss dem göttlichen Gesetz gleich­wertig sein, d. h. der Gesetzgeber selbst muss stellvertretend für alle sterben.

5.  Der Erlöser muss die Macht haben, uns von der Gebundenheit an Satan und sündige Gewohn­heiten befreien zu können. Er muss also mächtiger sein als Satan und uns auch von   den Folgen der Sünde befreien können.

6.  Er darf nicht tot bleiben, sondern muss vom Tod auferstehen, um vor dem Universum als unser Mittler, Bürge und Fürsprecher aufzutreten; Zugleich würde er so die Möglichkeit einer Auferstehung vom Tode beweisen.

7.  Um uns aufzuerwecken und alles neu zu schaffen, muss er schöpferische Kraft  besitzen, also Gott gleich sein.

Nur Christus erfüllt alle diese Anforderungen!

 VI. Anforderungen an uns Menschen

1. Um Gott vertrauen und lieben zu können, müssen wir sein Wesen kennen lernen, indem wir uns intensiv bemühen, Jesus Christus persönlich kennen zu lernen (Joh. 17,3).

2.  Aufgrund unserer Gotteserkenntnis sollen wir unser volles Vertrauen auf Jesus Christus und Gottvater setzen (Apg. 16,30.31; Glaube bedeutet im eigentlichen Sinn Vertrauen).

3.  Wenn wir Gott wirklich kennen, können wir Gott und Jesus Christus über alles lieben  (Matthäus 22,37.38; 1.Joh. 4,7.8.16.19).

4.  Wir müssen uns entscheiden, Jesus Christus nach zu folgen und ihm gehorchen (Joh. 8,12); wir müssen uns seiner Herrschaft ausliefern und uns von ihm verändern lassen (1.Joh. 2,3)

Gottes Vorgehen bei der Erlösung der Menschen 

Viele Menschen verstehen Gottes Handeln zur Erlösung der Menschen nicht. Es erscheint ihnen unlogisch, vielleicht gar willkürlich und sie fragen, warum Gott es nicht anders macht. Hätte Gott es überhaupt anders machen können? Er hatte bereits vor der Schöpfung einen Plan zur Erlösung der Menschen gelegt, falls sie von ihm abfallen sollten (Eph. 1,3-12). Dieser Plan ist keineswegs willkürlich. Gottes Vorgehen ergibt sich fast zwangsläufig aus den Folgen des Sündenfalles. Wenn wir die eigentlichen Probleme nicht berücksichtigen, kommen wir auf falsche Lösungen. So ist es auch bei der Erlösung der Menschen.

Die Folgen des Sündenfalls 

Die Folgen, die aus dem Mangel an Vertrauen und Liebe der ersten Menschen gegenüber Gott entstanden, sind sehr umfassend. Sie ergeben sich zwangsläufig auseinander. Wie können wir diese Folgen beseitigen? Wir können das gar nicht! Wenn es dazu überhaupt eine Chance gibt, kann nur Gott selbst das schaffen.

Anforderungen an Gott

Welche Anforderungen stellen diese Folgen an Gott, wenn er sie beseitigen will? Das können wir logisch aus den Problemen ableiten. Welche dieser vielen Anforderungen sind für Gott leicht zu erfüllen? Punkte 6 und 7, denn sie sind allein durch seine Schöpfermacht möglich. Wie gewinnt man aber das Vertrauen und die Liebe eines rebellischen Kindes zurück und bewegt es wieder zum Gehorsam aus Liebe? Das ist sehr schwierig, selbst für Gott. Es gibt dazu kein Patentrezept, da die Willensfreiheit der Menschen eine entscheidende Rolle spielt. Auf keinen Fall führen Druck oder der Einsatz von Macht und Autorität zu einem Gehorsam, der von Liebe motiviert ist.

Was Gott dabei nicht tun darf

Wenn Gott sein Ziel erreichen und sich selbst treu bleiben will, darf er bestimmte Dinge nicht tun, wie wir das bereits beim Studium der Rebellion Satans erkannt haben . Dies erklärt im Wesent­lichen, warum Gott das Böse mit all seinen leidvollen Auswirkungen in dieser Welt noch zulässt. Es kann erst beseitigt werden, wenn die in den Punkten 3 bis 5 Voraussetzungen tatsächlich gegeben sind.

Gottes Vorgehen bei der Erlösung

Die umseitige Übersicht gibt unter IV. einen kurzen Überblick, wie Gott die Anforderungen zur Lösung der Folgen des Sündenfalls tatsächlich erfüllt hat. Wir haben gesehen, dass die Rebellion Satans und der Ungehorsam der ersten Menschen selbst Gott vor fast unlösbare Schwierigkeiten stellte. Gott konnte sie überhaupt nur lösen, weil er im Team arbeitet: Gott der Vater, der Sohn Gottes und der Heilige Geist wirken zusammen mit dem Ziel der Rechtfertigung Gottes und unserer Erlösung (Eph 1,3-14). Sie übernehmen dabei unterschiedliche Rollen und Aufgaben (siehe insbesondere Punkte 4 und 5).

     So wie sich die Folgen des Sündenfalls auseinander ergeben haben, so vollziehen sich die einzelnen Schritte der Erlösung notwendigerweise nacheinander: zuerst müssen wir Gott wieder aus Liebe gehorchen und verändert worden sein, bevor wir auf der neuen Erde ewig leben können.

Anforderungen an einen Erlöser

Die Erlösung ist nur möglich durch einen Mittler, der die beiden entfremdeten Parteien wieder versöhnt. Welche Anforderungen an ihn gestellt werden, können wir aus den Anforderungen an Gott (Spalte II) logisch schlussfolgern. So ergeben sich die Punkte in Spalte V. Wir erkennen daraus: Der Erlöser muss Gott gleich sein (Punkte 1 und 7), uns Menschen gleich werden, sündlos bleiben und für uns sterben (Punkte 2 bis 4), vom Tode auferstehen (Punkt 6) und mächtiger als Satan sein (Punkt 5). Im ganzen Universum erfüllt nur einer diese Anforderungen: der Sohn Gottes, der Mensch wurde. Mit ihm müssen wir uns eingehend beschäftigen. 

Anforderungen an uns Menschen

Aus dem Dargestellten ergibt sich auch klar, welche Anforderungen an die Menschen gestellt werden, die die Erlösung Gottes erfahren wollen (siehe unter VI. der Übersicht). Es kommt nicht darauf an, dass wir uns selbst bessern (das schaffen wir nur äußerlich), sondern dass wir Gott durch Jesus Christus besser kennen lernen (Joh 14,7; 17,3), damit wir Vertrauen zu ihm fassen, ihn lieben lernen und von seinem Geist verändert werden, sodass wir ihm wieder aus Liebe gehorsam sein wollen. Zunächst müssen wir uns also intensiv mit den Berichten über Jesu Leben und Wirken in der Evangelien befassen (Joh 20,31).