
Das Aufkommen des Bösen
Viele Menschen fragen sich: Woher Kommt das Böse in dieser Welt, all das Leid und der Tod? Wenn Gott alles geschaffen hat und allmächtig ist, warum hat er es dann nicht verhindert? Und warum lässt er es weiterhin zu? Die Bibel hilft uns durch verschiedene Aussagen zu einem besseren Verständnis.
Die Auseinandersetzung begann im Himmel
Die Bibel berichtet in Offenbarung 12,7-9 über einen Kampf im Himmelzwischen zwei Mächten. Sie werden mit symbolischen Namen bezeichnet: Michael(hebräisch) bedeutet ” Wer ist wie Gott? ” . Damit ist der Sohn Gottes gemeint (siehe Daniel 12,1). Mit dem Symbol des Drachen wird der Teufel (griechisch: diabolos, d. h. Verleumder) und Satan (hebräisch: satanas, d. h. Widersacher oder Feind ) dargestellt (Vers 9a), der in der Gestalt der alten Schlange auch die ersten Menschen verführte. Von den Engeln standen ein Drittel auf der Seite Satans (siehe Vers 3 + 4).
Wir erfahren hier nicht, worum und mit welchen Mitteln gekämpft wurde. Satan aber verlor diese Auseinandersetzung und wurde schließlich zusammen mit seinen Anhängern aus dem Himmel auf die Erde geworfen (V. 8.9; endgültig geschah dies allerdings erst nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt, wie der Zusammenhang in V. 5.10-12 zeigt, vergl. Joh 12,31-33).
Die Rebellion gegen Gott hat ihren Ursprung also beim Teufel. Der Sohn Gottes ist aufgetreten, um seinen Machenschaften entgegen zu wirken und schließlich die Werke des Teufels zu zerstören (1.Johannesbrief 3,9). Aber woher kam Satan überhaupt?
Die Herkunft des Teufels bzw. Satans
In Hesekiel 28,11-19 finden wir ein Klagelied über den König von Tyrus (bitte die Texte lesen). Die Hafenstadt Tyrus war die Heimat der Phönizier, die damals den Handel auf dem Mittelmeer beherrschten. Die Aussagen dieses Klageliedes passen aber nicht wörtlich auf einen irdischen König: er war nie das Abbild der Vollkommenheit (V.12) und ohne Tadel (V.15), er war nicht in Eden und von Gott direkt geschaffen (V.13), nie ein schirmender Cherub (die Cherubim sind die höchsten Engelwesen) oder ein Gott (V.14).
Aus der Parallele zu Offb 12,7-9 (Erhebung und Verstoßung) können wir schließen, dass in diesem Klagelied eigentlich Satan gemeint ist. Der gottlose König von Tyrus, ein Feind des Volkes Gottes, hatte ähnliche Züge wie Satan (Hes 28,2‑8; zu den Abkürzungen siehe die Einleitungen der Bibeln), daher war er ein passendes Bild für den Teufel. Beziehen wir diese Schilderung auf Satan, dann erfahren wir hier folgendes über seine Herkunft und sein Wesen:
- Er war von Gott vollkommen, voller Weisheit und ohne Tadel erschaffen worden (V.12b).
- Er war das höchste Engelwesen (ein schirmender Cherub, V.14a), er war das höchste Geschöpf (wie ein Gott, V.14b) und stand damit dem Sohn Gottes am nächsten.
- Irgendwann erhob er sich gegen Gott und fing an, gegen ihn zu arbeiten. Er beging Unrecht und Frevel, er versündigte sich (V.15.16).
- Daraufhin wurde er aus der Gegenwart Gottes verstoßen (V.16b).
- Satan überhob sich, weil er scheinbar anfing, sich auf seine Fähigkeiten und Weisheit etwas einzubilden (V.17a). Er blickte zu viel auf sich (sozusagen in den Spiegel), anstatt seinem Schöpfer für alles dankbar zu sein.(Wenn wir Gott in unserem Leben aus dem Auge verlieren, dann geht etwas grundsätzlich schief in unserem Leben!)
- Schließlich wird er einmal gänzlich untergehen (Verse 18 und 19 sind in älteren Lutherübersetzungen in der Zukunftsform). Das Böse wird sich einmal selbst zugrunde richten (dazu später mehr).
Satans Absichten und Motive und sein Vorgehen
Näheren Aufschluss über die Motive und Absichten Satans bekommen wir in Jesaja 14,12‑14. Unter dem Bild des Königs von Babylon (ebenfalls ein Feind des Volkes Gottes) wird Luzifer geschildert (so die lateinische Vulgata‑Übersetzung des Alten Testamentes, wörtlich: “Lichtträger” oder “Scheinender” ; in der Lutherübersetzung “Morgenstern” nach der griechischen Septuaginta‑ Übersetzung des Alten Testamentes). Luzifer war voller Selbstsucht geworden (fünfmal sagt er: “ich will…”): alles dreht sich um ihn, er will alles für sich. Das steht im Gegensatz zum Lebensprinzip des Universums, dem selbstlosen Dienst für andere.
Gott hat also keinen Teufel geschaffen, sondern Luzifer, ein untadeliges Engelwesen mit hervorragenden Fähigkeiten in höchster Stellung nach dem Sohn Gottes. Doch Luzifer war mit seiner Stellung irgendwann nicht mehr zufrieden, er wurde eifersüchtig auf Gottes Sohn, der doch sein Schöpfer war (siehe Kol 1,15.16), und wollte dem Allerhöchsten gleich sein (Jes 14,14).
Es gibt also keine plausible Erklärung, keinen hinreichenden Grund für die Rebellion Luzifers. Doch die Bibel zeigt eines deutlich: Gott war dafür nicht verantwortlich.
Wie hätte Gott verhindern können, dass eines seiner Geschöpfe gegen ihn rebelliert? Doch nur, indem er ihnen keine Willensfreiheit gegeben hätte, sondern sie als Roboter oder Marionetten geschaffen hätte. Die freie Willensentscheidung
ist aber die Grundlage für Vertrauen und Liebe zwischen Personen. Gott war es offensichtlich wichtiger, mit seinen Geschöpfen eine Vertrauens- und Liebesbeziehung haben zu können, als jede Möglichkeit der Empörung oder des Ungehorsams auszuschließen. Gott ging dabei bewusst ein Risiko ein. Die Möglichkeit von Vertrauen und Liebe untereinander war ihm das offensichtlich wert.
Wie ging Luzifer bei seiner Empörung vor? Aus den Wesenszügen Satans, die in einigen Bibelstellen fast nebenbei erwähnt werden, können wir das schlussfolgern:
- Er verbreitete Verleumdungen und Lügen über Gott, denn er ist der Erfinder (der Vater) der Lüge, sagt Jesus in Johannes 8,44.
- Er arbeitete mit List, die schwer zu durchschauen war, und stellte Gott als ungerecht hin (Apostelgeschichte 13,10).
- Er gab sich dabei den Anschein eines Wohltäters, denn er gibt sich gern als ein Engel des Lichts aus (2.Korinther 11,14.15).
Luzifer behauptete, besser regieren zu können als Gott: Gott sei selbstsüchtig, sein Gesetz unvollkommen und überflüssig. Die Engel bräuchten das nicht. Luzifer zog Gottes gute Absichten und Motive in Zweifel und unterstellte ihm seine eigenen.
Luzifers Täuschung war natürlich schwer zu durchschauen. Die Engel standen vor der Frage: Wem sollten sie vertrauen, Luzifer oder Gott? (Für die Engel war es also selbst in der Gegenwart Gottes notwendig zu vertrauen!)
Die Reaktion Gottes auf Satans Machenschaften
Wie mag Gott auf Luzifers Machenschaften reagiert haben? Sicherlich, wie es seinem Charakter entspricht (siehe Psalm 103,8.10; 2.Mose 34,6), mit großer Nachsicht und Geduld. Er versuchte ihn zur Umkehr zu bewegen und bot ihm Vergebung an, wenn er sein Unrecht und seine Fehler eingestand. Doch Luzifer scheint das als Schwäche ausgelegt zu haben. Er war zu stolz geworden und wollte sich Gott nicht wieder unterstellen.
Es stellt sich die Frage: Warum vernichtete Gott Luzifer nicht, als er in seiner Empörung beharrte und sich selbst zum Satan (d. h. zum Widersacher oder Feind) machte? Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Durch Satans Vernichtung wären seine Lügen und Verleumdungen gegen Gott nicht ausgeräumt worden, sondern hätten im Gegenteil noch mehr Nahrung bekommen. (Man bringt Verleumdungen nicht aus der Welt, indem man den Lügner umbringt!)
- Gott wäre durch Satans Vernichtung als ein Mörder erschienen, was unvereinbar mit seinem Charakter der Liebe und Barmherzigkeit ist. Die übrigen Engel hätten Gott in Zukunft mehr aus Angst statt aus Liebe gedient. Gehorsam aus Angst bringt aber ziemlich wahrscheinlich den Charakter eines Rebellen hervor! Die nächste Rebellion wäre also irgendwann bestimmt gekommen.
Die Vernichtung Satans und der Einsatz von Macht war also aus mehreren Gründen keine Lösung dieses Problems! Wir stellen fest: mit Gottes sog. Allmacht war hier offenbar nichts zu erreichen! Angesichts der Machenschaften Satans musste Gott einen anderen Weg finden.
Was konnte Gott in dieser Situation dann tun? Er musste Satan Gelegenheit geben zu wirken, damit er sein wahres Wesen und seine Absichten selbst entlarvt. Nur so würde offenbar werden, wohin eine Rebellion gegen Gott führt und welche schrecklichen Folgen die Übertretung seines Gesetzes der Liebe hat. Zugleich aber würde in dieser Auseinandersetzung Gottes wahres Wesen offenbar werden, die Größe seiner Liebe und Barmherzigkeit, seine Treue und Gerechtigkeit. Am Ende wird Gottes Charakter und sein Handeln gerechtfertigt sein.
Wegen der Anschuldigungen Satans muss Gott diese Auseinandersetzung fair und gerecht führen. Er wird das so konsequent tun, dass selbst Satan das am Ende anerkennen wird. Gott muss daher Satan jetzt dieselben Rechte und Freiheiten geben, die er auch hat. Er kann Satans Handeln nicht einfach beschränken. Das erklärt, weshalb in unserer Welt so viel Unrecht und Leid herrschen - und Gott wenig dabei tut.
Selbstsucht, Sünde, Krankheit, Leid und Ungerechtigkeit haben ihren Ursprung in Satan. Gott kann diese Folgen vor dem Ende der Auseinandersetzung nicht verhindern oder einfach aufheben, aber er wirkt ihnen entgegen. Aus diesen Folgen lernen wir, wohin das Böse führt.
Das Drama der Sünde musste einmal durchgespielt werden, damit der Charakter des Bösen und das Wesen Gottes für alle Geschöpfe deutlich offenbar würde. Dies wird eine bleibende Lehre und Erfahrung für das ganze Universum sein und ein wirksamer Schutz gegen zukünftige Empörungen (siehe Nahum 1,9). Wenn sich der Bazillus des Bösen einmal ausgewirkt hat, wird das die Wirkung ähnlich wie bei einer Schutzimpfung haben und das Weltall wird immun dagegen werden.
Am Ende wird die Gerechtigkeit des Handelns Gottes von allen Geschöpfen anerkannt werden (Offenbarung 15,3.4). Es wird allen sichtbar werden, dass Gott ein Wesen voller Liebe und Barmherzigkeit ist, der die Willensfreiheit seiner Geschöpfe mit all ihren unvermeidlichen negativen Folgen respektiert und dennoch liebevoll und geduldig um ihre Liebe und um ihr Vertrauen wirbt.

Die Verführung der ersten Menschen
Wie wurden wir Menschen in die Rebellion Satans gegen Gott hineingezogen und welche Folgen hatte das? Und warum verhinderte Gott das nicht?
Die Erschaffung der ersten Menschen
Gott, der Vater und der Sohn haben gemeinsam den Menschen zu ihrem Bild geschaffen (1.Mose 1,26.27; Kol 1,15.16; Hebr 1,2; zu den Abkürzungen siehe die Einleitungen der Bibeln). Der Mensch ist nicht das Ebenbild Gottes (das ist allein Jesus Christus, siehe Kolosser 1,15; Hebräer 1,3), sondern ein Abbild (Anm. EB= Elberfelder Bibel), das Ähnlichkeiten mit Gott besitzt: wir sind auf Beziehungen angelegt, wir haben die Fähigkeiten zu lieben, zu vertrauen und schöpferisch tätig zu sein und eine freie Willensentscheidung. Adam und Eva sind gemeinsam das Abbild Gottes. Ihre Beziehung zueinander sollten etwas von den Beziehungen innerhalb der Gottheit widerspiegeln.
In 1.Mose 2 finden wir einen Detailbericht über ihre Erschaffung. Gott nahm ganz gewöhnliches Material von der Erde (V.7, darauf deutet der Name Mensch, hebräisch adam, hin: der Erdboden heißt adama). Nicht im Material des Menschen liegt das Besondere. Gott brachte Struktur und Information hinein (“er bildete”, Zürcher Bibel), und stattete es mit unpersönlicher Lebenskraft aus (dem Odem, wie Strom). So wurde (nicht: bekam) der Mensch eine lebendige Seele (V.7b EB). Der ganze Mensch ist also eine Seele. Dies widerspricht der ägyptischen und griechischen Anschauung, der Mensch bestehe aus einem sterblichem Körper und unsterblicher Seele.
Eva wurde aus der Seite (nicht Rippe) Adams geschaffen (V.21.22)als (wörtl.) eine Hilfe als sein Gegenüber (V.18 Anm., keine Gehilfin), um zu zeigen, dass sie ihm ebenbürtig und gleichberechtigt zur Seite steht. Gott machte alles sehr gut (Kap. 1,31). Die ersten Menschen waren ohne Fehler.
Die Menschen im Paradies
Die Aufgabe der ersten Menschen bestand darin, sich zu vermehren, die Erde zu füllen, über die Tiere zu herrschen (Kap. 1,26.28) und den Garten Edenzu bebauen und bewahren (Kap. 2,15). Sie waren als Verwalter oder Haushalter Gottes eingesetzt und sollten die Erde kreativ in einen Garten verwandeln.
Gott gab den Menschen einfache Gebote (Kap. 2,9.16.17). Vom Baum des Lebens sollten sie essen, weil dadurch ihr ewiges Leben erhalten wurde (Kap. 3,22b). Vom Baum der Erkenntnis durften sie dagegen nicht essen. Er symbolisierte Gottes Eigentumsrecht. Durch ihn würden sie nicht mehr Wissen erlangen, sondern am eigenen Liebe erfahren, was gut und böse ist.
Äußerlich gesehen waren diese beiden Bäume ähnlich. Sie sollten darauf vertrauen, dass Gott mit seinen Anweisungen eine weise Absicht verfolgt und ihm deshalb gehorchen. Schon im Paradies sollten die Menschen aus dem Vertrauen auf Gottes Wort leben, das zum Gehorsam führt.
Weshalb gab Gott Adam und Eva überhaupt Gebote und Verbote?
1. Dies entsprach der Gerechtigkeit und Fairness Gottes gegenüber Satan. Die Engel waren auf die Probe gestellt worden, wem sie vertrauen und dienen würden. Alle anderen intelligenten Geschöpfe mussten sich ebenso entscheiden können, also auch die Menschen.
2. Gebote waren notwendig für die Charakterentwicklung der Menschen. Sie waren zwar mit vollkommenen Anlagen geschaffen (ohne irgendwelche Neigungen zum Bösen, siehe 1.Mose 1,31), aber nicht mit einem fertig ausgebildeten Charakter. Zu seiner Entwicklung sind moralische Entscheidungen nötig, also Entscheidungen über Gut und Böse. Durch den Baum der Erkenntnis gab Gott ihnen dazu Gelegenheit. Dies bestätigte, dass die Menschen nicht als bloße Marionetten geschaffen waren. Durch ständigen Gehorsam wären sie im Laufe der Zeit unverführbar geworden.
3. Das Verbot Gottes richtete sich auch gegen die ursprüngliche Sünde Satans, gegen die Selbstsucht. Bei den Menschen sollte kein Egoismus aufkommen. Es erinnerte sie daran, dass Gott der Eigentümer der Erde ist.
Kündete Gott mit dem Satz Wenn du davon isst, musst du sterben (Kap. 2,17) eine willkürliche Strafe oder eine zwangsläufige Folge der Sünde an? Er warnte sie vor einer unausbleiblichen Folge, denn Ungehorsam ist Auflehnung gegen Gott und bewirkt Trennung von ihm (Jes 59,2), dem Erhalter des Lebens. Wer sich von Gott trennt, für den bleibt nur der Tod (Röm 6,23)!
Die Verführung der ersten Menschen
Adam und Eva waren sicher über die Rebellion Satans informiert worden. Satan wusste, dass er die Menschen nur mit List verführen konnte. Wie ging er dabei vor? 1.Mose 3,1 zeigt es:
- Satan benutzte ein Medium, die Schlange (Offb 12,9). Sie gehörte ursprünglich zu den klügsten und schönsten Geschöpfen.
- Satan wirkte ein Wunder: die Schlange sprach.
- Dann zog er Gottes Wort in Zweifel: Sollte Gott gesagt haben?
Dieselbe Taktik benutzt Satan im Prinzip bis heute noch:
- Er erscheint nie persönlich, er gebraucht stets Werkzeuge.
- Er wirkt Wunder, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen.
- Er zieht Gottes Aussagen in Zweifel, stellt die Bibel als unzuverlässig dar.
- Stets ist es sein Ziel, uns zum Ungehorsam zu bewegen (siehe Mt 24,24; 2.Kor 11,13-15; 2.Thess 2,9.10).
Eva machte es auf verschiedene Weise Satan leichter, sie zu verführen: sie entfernte sich von Adam (zu 1.Mose 3,6c siehe unten), ging zum Baum der Erkenntnis, betrachtete die Frucht und fragte sich, weshalb Gott sie ihnen wohl vorenthielt. Jetzt sprach Satan sie in Gestalt der Schlange an und Eva ließ sich auf eine Unterhaltung ein (1.Mose 3,2.3). Eva verschärfte/ „übertrieb“ dabei das Gebot Gottes: man dürfe die Frucht nicht berühren. Das wirkte sich verhängnisvoll aus, wie wir noch sehen werden.
Die Schlange gab mehrere Versprechen und mischte dabei Wahrheit mit Lüge (V. 4.5): Satan behauptete, es gäbe für die Menschen keinen Tod, sie seien unsterblich. Sie würden eine tiefere Erkenntnis erlangen (wissen, was gut und böse ist – aus eigener Erfahrung) und schließlich sein wie Gott (das war Satans eigenes Bestreben gewesen, siehe Jesaja 14,14).
Die Aussage der Schlange über den Tod stand im klaren Gegensatz zu den Worten Gottes (vergleiche 1.Mose 3,4 mit Kap. 2,17b). Die entscheidende Frage für Eva war: Wem würde sie vertrauen (glauben)? Denn es bestand keine Notwendigkeit von dem verbotenen Baum zu essen, alles, was ihren Bedürfnissen entsprach, war vorhanden. Ihre Sünde bestand im mangelnden Vertrauen zu Gott.
Wie aber schaffte es Satan, Eva zum Essen der Frucht zu veranlassen? Folgende Erklärung erscheint plausibel: Die Schlange behauptete, sie hätte selbst von der verbotenen Frucht gegessen und dadurch die Fähigkeit zum Sprechen bekommen. Wenn Eva davon essen würde, würde sie wie Gott werden ( verborgene Erkenntnis und Macht bekommen- zu Gott werden). Vielleicht pflückte die Schlange eine Frucht und drückte sie Eva in die Hand ( denn zu dem Zeitpunkt hatte die Schlange Glieder!). Nach Evas eigenen Worten hätte sie jetzt sterben müssen, aber es passierte nichts! Das Anrühren war ja nicht verboten, Eva hat durch ihre Verschärfung der Worte Gottes nichts gutes getan. Nun hatte die Schlange plötzlich recht! Eva war verwirrt. Jetzt kamen ihr neue Überlegungen und sie aß die Frucht (V. 6).
Gott hätte an dieser Stelle eingreifen können und alles verhindern können, bevor Eva die Frucht aß aber das würde absolut gegen Gottes Prinzip verstoßen: die Freiheit selbst zu entscheiden. Wenn Gott eingeschritten wäre, wäre der Mensch kein freies Geschöpf mehr gewesen, sondern nur eine Marionette.
Adam war nicht zugegen gewesen, als Eva verführt wurde (V.6c: der bei ihr war ist nicht korrekt übersetzt: wörtlich heißt es nur: bei ihr, siehe Zürcher Bibel). Adam erkannte sogleich, dass der Feind Eva verführt hatte und sie nun nach den Worten Gottes sterben musste. Damit würde er seine Frau verlieren! Dieser Gedanke beschäftigte Adam so sehr, dass Liebe, Dankbarkeit und Treue gegenüber seinem Schöpfer von den Gefühlen für Eva verdrängt wurden. Adam entschied sich, das Schicksal seiner Frau zu teilen und aß daher die Frucht auch (V. 6c).
Adam sündigte in vollem Bewusstsein, er wurde nicht wie Eva verführt (1.Timotheus 2,14; Römer 5,12.14). Er stellte die Liebe zu seiner Frau über die Liebe zu Gott. Damit setzte er die falsche Priorität und sündigte gegen das größte Gebot, Gott über alles zu lieben (Mattäus 22,36-38).
Evas Sünde bestand in mangelndem Vertrauen zu Gott, Adams Sünde in mangelnder Liebe zu Gott. Die Übertretung des Gebotes Gottes war nur die Folge davon. Dadurch wurde ihr gutes Verhältnis zu Gott zerstört. Verhalten wir uns nicht auf anderen Gebieten manchmal ähnlich wie sie?
Die Folgen des Sündenfalls
Durch das Medium, die Schlange, die Satan benutzte, gaukelte er Eva vor, sie würde wie Gott werden und verborgene (okkulte) Erkenntnis erhalten. Zeigte sich, nachdem Eva und Adam von der Frucht aßen, dass sie wie Gott geworden sind und Erkenntnis wie Gott erlangten? Das Gegenteil geschah, Adam und Eva haben ihre Unsterblichkeit verloren und die einzige Erkenntnis, die sie erhalten haben, war die Erkenntnis von ihrer Sünde und deren erste Folgen.
Die Menschen verloren das Symbol ihrer Rechtschaffenheit, eine Art Ausstrahlung oder „Lichtkleid“ (siehe die Erfahrung von Mose in 2.Mose 34,29f.), und fühlten sich daher nackt (1.Mose 3,7).
Plötzlich hatten sie Angst vor Gott und flüchteten vor ihm (V.8-10). Das ist die typische Reaktion des sündigen Menschen: er läuft von Gott weg, kehrt ihm den Rücken zu. Aber Gott ist auf der Suche nach uns.
Die ersten Menschen zeigten keine Einsicht ihrer Sünde (V.11-13): Adam schob die Schuld auf Eva und indirekt auf Gott, Eva auf die Schlange. Ohne dass etwas Weiteres vorgefallen war, gab es Konflikte und Uneinigkeit unter- einander. Wo die Beziehung zu Gott nicht mehr in Ordnung ist, sind auch die Beziehungen zueinander gestört.
Nun gab es auch Schmerzen und Mühsal (V.16). Die Frauen würden durch die Männer unterdrückt (V.16b heißt wörtlich: er wird über dich herrschen; auch in den folgenden Versen ist soll/sollst wörtlich: wird/wirst, vgl. GNB = Gute Nachricht Bibel oder Hfa = Hoffnung für alle – Die Bibel). Arbeit kostete nun Anstrengungen (V.17.18). Auch die Natur kam in Unordnung, entweder durch die geänderten Umstände in der Natur veränderte sich diese/ versuchte sich diese anzupassen oder durch Satans Eingreifen in die Gene: es gibt seitdem Dornen.
Durch die Trennung von Gott verloren die Menschen das ewige Leben, sie mussten nun sterben (V.19). Damit hielten auch all die Vorboten des Todes Einzug: die Vergänglichkeit alles Lebendigen, der Verfall, das Abnehmen der Körperkräfte und Krankheiten. Zuletzt verloren sie ihre paradiesische Heimat und der Zugang zum Baum des Lebens wurde ihnen verwehrt (V.22-24).
Die erste Ankündigung der Erlösung
Gott verhieß den Menschen sogleich die Erlösung (V.14.15). Der Nachkomme der Schlange ist Satan, der sie als Medium benutzte. Mit dem Nachkommen Evas ist Christus gemeint (vgl. Galater 3,16). Er wird Satan endgültig überwinden (den Kopf zertreten), während Satan Christi Tod am Kreuz bewirkte (darauf weist das in die Ferse stechen hin). Gerade dieser stellvertretende Tod Christi jedoch wird für die Menschen die Erlösung von der Herrschaft Satans und den Folgen des Sündenfalls bringen (Hebr 2,14.15).
Die Notwendigkeit eines stellvertretenden Opfers wurde Adam und Eva von Gott persönlich demonstriert (1.Mose 3,21): Er tötete ein Tier, d. h. Gott brachte selbst ein Opfer, und so bekamen sie Röcke von Fellen, die er ihnen anzog. Sie sind ein Symbol für die Gerechtigkeit Christi, die uns auf Grund unseres Glaubens, d. h. unseres Vertrauens auf Jesus Christus zugerechnet wird (Röm 3,24-26; Jes 61,10). Gott tut alles Erforderliche zu unserer Rettung.

Einige Tatsachen zur Frage: Schöpfung oder Entwicklung?
Die Bibel sagt, Gott habe alles Leben auf dieser Erde in sechs Tagen durch sein Wort erschaffen. Die meisten Wissenschaftler sind heute der Ansicht, das Leben und alle Tierarten seien von selbst in Hunderten von Millionen Jahren entstanden. Wem sollen wir glauben? Acht Tatsachen können Klarheit vermitteln.
1. Kein Mensch hat die Entstehung der Lebewesen auf der Erde beobachten können. Es gibt keine Augenzeugenberichte oder schriftliche Dokumente darüber. Sie liegen aber sonst Aussagen der Geschichtswissenschaft zugrunde.
2. Kein Mensch hat jemals eine Entwicklung von niederen in höhere Lebewesen beobachtet oder experimentell nachvollzogen (wohl aber Veränderungen innerhalb derselben Art, z.B. bei Hunden). Bei der Entstehung des Lebens und der Arten handelt es sich also anscheinend um einen einmaligen Vorgang. Demgegenüber sind aber nur stets überall wiederholbare Ablaufe die Grundlage für exakte, verlässliche Aussagen der Naturwissenschaften. Sie können also prinzipiell keine Aussage über die Entstehung des Lebens auf der Erde machen.
3. Bei Aussagen auf diesem Gebiet sind wir also vollständig auf die Naturphilosophie oder die Interpretation der Fossilien von früheren Lebewesen angewiesen. Die Fossilienfunde beweisen jedoch keinesfalls, dass eine Entwicklung von höheren Tier- oder Pflanzenarten aus niederen stattgefunden hat:
a. Bei der Datierung der Fossilien vollzieht man einen Zirkelschluss: Von dem Vorkommen bestimmter Fossilien schließt man auf das Alter einer geologischen Erdschicht ( so genannte Leitfossilien, bei denen aber die Höherentwicklung bereits vorausgesetzt wird! ). Von dieser Erdschicht schließt man dann wieder auf das Alter der darin gefundenen Fossilien. Das Alter von Sediment-( Ablagerungs) gestein, in denen die Fossilien vorkommen, kann man nicht direkt mit Datierungsmethoden (aufgrund radioaktiven Zerfalls) bestimmen, sondern nur das Alter von metamorphen (Erstarrungs-)Gestein (z.B. Lava), in denen keine Fossilien vorkommen. Ferner beruhen diese Datierungsmethoden auf Voraussetzungen, die unbewiesene oder unbeweisbare Annahmen sind (z.B. eine konstante Halbwertszeit der radioaktiven Elemente; weder die Ausgangsstoffe noch die Endprodukte dürfen verschwunden oder dazugekommen sein).
b. An keinem Ort der Erde finden sich die Gesteinsschichten mit den Fossilien in der von der Entwicklungslehre angegeben Reihenfolge. Meist finden sich an einem Ort nur wenige Schichten; manchmal ist dabei die Reihenfolge der Fossilien völlig anders, als man erwarten würde, ohne dass es dafür Erklärungen gibt (wohl aber viele unterschiedliche Annahmen).
c. In der Präkambriumschicht finden sich kaum Fossilien, aber in der direkt darauf folgenden Kambriumschicht finden sich komplizierte Fossilien fast aller Stämme der Lebewesen (außer den Wirbeltieren)! Damit fehlt jegliche Zeit für die Entwicklung dieser Lebewesen nach dem Evolutionsschema. Dies ist eines der größten Rätsel für die Evolutionisten, denn es weist eher auf eine universelle Katastrophe hin (wie z.B. die Sintflut) als auf eine Höherentwicklung der Arten auseinander.
d. Es fehlen bei den Fossilien fast jegliche Art von Übergangsformen zwischen den verschiedenen Arten der Lebewesen, obwohl es diese zu Tausenden gegeben haben muss. Das Paradebeispiel des „Urvogels“ Archaeopteryx, den man in Schieferablagerungen Süddeutschlands gefunden hat, ist ohne Beweiskraft, weil es sich eindeutig um einen Vogel handelt (mit wenigen, angeblich reptilienähnlichen Merkmalen, die sich allerdings auch bei einigen heutigen seltenen Vogelarten finden), und man zudem Fossilien von Vögeln gefunden hat, die (gemäß dem Evolutionsschema) zig-Millionen Jahre älter sein sollen.
4. Ähnlichkeiten im Bauplan verschiedener Lebewesen sind keinerlei Beweis für Abstammung voneinander (Beispiel: verschiedene Fahrzeuge mit Rädern). Es ist nur logisch, dass Bauteile, die sich bewährt haben, des Öfteren (von einem Schöpfer) benutzt werden. Vor allem weisen Lebewesen, die sich in bestimmten äußeren Merkmalen gleichen, oft große Unterschiede in anderen Bereichen auf.
5. Zufällige Veränderungen der Erbanlagen (Mutationen) sind, sofern sie überhaupt einen Einfluss haben, meistens schädlich. Sie sind ungeeignet, die Höherentwicklung eines Lebewesens zu bewirken, denn dazu müssten sehr viele Veränderungen koordiniert auf einmal stattfinden. Beispiel: Für ein funktionierendes Auge müssten sich neben Netzhaut und Linse auch gleichzeitig in demselben Lebewesen die Sehnerven entwickeln sowie ein System zur Verarbeitung der Informationen im Gehirn, sonst würde das alles keine Vorteile im Kampf um das Überleben, dem angeblichen Motor der Evolution, bringen.
6. Das Prinzip der Höherentwicklung der Lebensformen ohne Eingreifen einer schöpferischen Intelligenz von außen widerspricht grundlegenden naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten:
a. Der zweite thermodynamische Hauptsatz besagt, dass in einem geschlossenen System alle Naturprozesse auf einen Zustand größerer Wahrscheinlichkeit hinauslaufen. Anders gesagt: Ohne Eingriff von außen entsteht aus Ordnung stets die wahrscheinlichere Unordnung, aber nie umgekehrt! Eine Höherentwicklung durch Zufall (ohne ordnenden Eingriff) ist damit prinzipiell ausgeschlossen.
b. Die Gesetze der Informationswissenschaft besagen, dass Information nie aus Materie entstehen kann, auch nicht in sehr langen Zeiträumen. Nur Information kann wieder Information hervorbringen. (Beispiel: Ein Affe an einem Computer wird nie einen Roman schreiben; Meereswellen werden nie eine intelligente Botschaft in den Sandstrand zeichnen. Wenn wir eine Flaschenpost finden, nehmen wir zu Recht an, dass jemand die Botschaft geschrieben hat.)
Die Quelle der Information muss ferner stets mehr Information besitzen, als sie weitergeben kann. Die gesamte Information für den Aufbau und die Funktionsweise eines Lebewesens ist in den winzigen Chromosomen der Zellkerne gespeichert. Sie würde ausgeschrieben ein zig-bändiges Lexikon füllen. Diese enorme Menge an Information muss aus einer Quelle kommen, die dem Menschen, dem höchsten Glied der Entwicklung oder Schöpfung, überlegen ist. Und da der Mensch ein Wesen mit Persönlichkeit ist, muss diese Quelle ebenfalls ein personales Wesen sein. Eine solche Person, die mehr Information als wir Menschen besitzt, bezeichnen wir per Definition als (einen) Gott.
7. Die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass die Information der Chromosomen der Zellkerne durch zufälliges Zusammentreffen der benötigten Substanzen (und deren Anordnung in der richtigen Reihenfolge wie Buchstaben und Worte) entstanden ist, ist mathematisch gleich Null. Sie ist geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Explosion einer (altmodischen) Setzerei die Lettern so geordnet auf die Erde fallen, dass man sofort ein Lexikon drucken könnte (ohne Druckfehler natürlich!).
Die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Entstehung des Lebens aus toter Materie ist nach einer Berechnung geringer als die Wahrscheinlichkeit, 26 000 Jahre lang jede Woche 6 Richtige im Lotto zu haben (bei nur einem Spiel pro Woche; die Wahrscheinlichkeit, bei einem Spiel 6 Richtige zu haben, ist 1 zu 13 985 816!). Dabei konnte man die sieben wichtigsten Substanzen zur Entstehung einer lebensfähigen Zelle noch nicht einmal im Laboratorium herstellen, trotz unserer technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten!
8. Kosmologen diskutieren seit Jahrzehnten die Bedeutung des so genannten „anthropischen Prinzips“, d. h. die Tatsache, dass viele Naturkonstanten Werte haben, die aufgrund der Relativitätstheorie Einsteins die Entstehung von Planetensystemen erst ermöglichen. Bei nur geringfügigen Abweichungen wäre das unmöglich. Mit anderen Worten: Von seinen Ursprungsbedingungen her ist das Universum auf die Existenz des Menschen hin angelegt. Zusammen mit der Tatsache, dass auch geringe Abweichungen in der Konstellation unseres Sonnensystems das Leben auf der Erde unmöglich machen würden, weist das auf eine intelligente Macht hin, die diese Bedingungen so geschaffen hat.
Zusammenfassung: Die Höherentwicklung der Arten ist also keinesfalls wissenschaftlich bewiesen (wie es meistens behauptet wird), sondern lediglich eine Hypothese, d.h. eine unbewiesene Annahme! Die exakte Naturwissenschaft kann darüber gar keine Aussagen machen. Es hangt daher allein von meiner Entscheidung ab, was ich für wahr halte: den biblischen Schöpfungsbericht oder die Evolutionstheorie. Die wissenschaftlichen Tatsachen lassen sich in beiderlei Richtung interpretieren, daher muss ich an beides glauben.
Es gibt viele bedeutende Naturwissenschaftler, die die Evolutionstheorie ablehnen und überzeugt sind, dass Gott die Welt geschaffen hat. Hunderte davon haben sich in der Gesellschaft für Schöpfungsforschung zusammengeschlossen.
Der biblische Schöpfungsbericht
Die biblische Schöpfungsberichte (in 1.Mose 1,1 bis 2,4a und der Detailbericht in 2,4b-25) sind von einem geozentrischen Standpunkt aus in teils poetischer Weise geschrieben worden. Sie benutzen weder eine naturwissenschaftliche Ausdrucksweise noch schildert er die Entstehung des gesamten Universums.
1.Mose 1,1 ist eine Überschrift wie Kap. 2,4a eine Zusammenfassung ist. Die Bedeutung von Himmel und Erde muss aus dem Kontext in Kap. 1,7-10 bestimmt werden: Die Atmosphäre und der Erdboden (im Gegensatz zum Meer) sind hier gemeint, nicht der Planet Erde. Er kann viel älter sein als das Leben auf ihm. Dem Schöpfungsbericht stehen daher lange Zeiträume, die für die Existenz unseres Planeten angenommen werden, nicht entgegen (vgl. Kap. 1,2).
Der biblische Bericht benutzt natürlich menschliche Ausdruckweisen und Bilder. Aber in seinen Grundaussagen über die Erschaffung der Menschen steht er durchaus in Übereinstimmung mit unseren modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Wenn Gott den ersten Menschen aus Staub vom Erdboden bildete (1. Mose 2,7 Zürcher), bedeutet das: Er nahm gewöhnliche Elemente, die überall vorkommen, und brachte sie in eine neue, höhere Ordnung. Modern ausgedrückt: Er steckte Information in Materie hinein. (Weder die Zeit noch die Materie konnten sie aus sich hervorbringen, wie bereits dargelegt.) Doch das genügte nicht, um den Menschen lebendig zu machen. Gott blies ihm dann den Odem des Lebens ein. Das ist die unpersönliche Lebenskraft Gottes, etwa vergleichbar elektrischem Strom. Durch sie unterscheidet sich eine lebendige Seele (EB; ein lebendiger Mensch) von einer toten Seele, einer Leiche (4.Mose 6,6 EB Anm.)
Die Wissenschaft kann weder beweisen, dass es Gott gibt, noch kann sie beweisen, dass es keinen Gott gibt. Alle Argumentationen über die Existenz Gottes führen aus dem Bereich der Wissenschaft heraus in den Bereich der Religion. Religion ist nun mal eine Entscheidungssache, welchen Indizien man glauben möchte, denn auch der Atheismus ist eine Religion.
Literatur: W. J. Ouweneel: Hat die Evolutionslehre einen wissenschaftlichen Charakter?; Werner Gitt: In 6 Tagen vom Chaos zum Menschen; Werner Gitt, Hg.: Am Anfang war die Information; Duane T. Gish: Fossilien: Stumme Zeugen der Vergangenheit; Siegfried Scherer: Die Suche nach Eden; W. Glashouver: So entstand die Welt; Peter Kruszyna: Das Wunder: Die Schöpfung
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I. Die Folgen des Sündenfalles
1. Ein gebrochenes Vertrauensverhältnis:
Misstrauen gegenüber Gott.
2. Ein gestörtes Liebesverhältnis zu Gott:
Es herrscht Angst vor ihm statt Liebe zu ihm.
3. Eine veränderte Loyalität (Zugehörigkeit):
die Menschen haben sich der Rebellion Satans angeschlossen, sie sind Gott ungehorsam und missachten seine Gebote.
4. Schuld durch Übertretung des Gesetzes Gottes,
die Menschen haben den ewigen Tod verdient; Verlust der Gerechtigkeit, d. h. des Anrechts auf ewiges Leben.
5. Verlust des reinen Wesens der Menschen:
ihr Charakter ist von Selbstsucht geprägt statt Nächstenliebe; Verlust der Eignung für das ewige Leben.
6. Verlust des ewigen Lebens/ Unsterblichkeit:
die Menschen sind sterblich geworden und dem Tod geweiht; die Folgen: Verfall, Krankheiten, und Leiden.
7. Verlust der paradiesischen Heimat und der unmittelbaren, sichtbaren Gegenwart Gottes. Die Menschen können Gottes Herrlichkeit nicht mehr ertragen.
II. Anforderungen an Gott
1. Beweise seiner Vertrauenswürdigkeit (der Anspruch genügt nicht!); Entlarvung der Behauptungen und Ansprüche Satans als Lügen.
2. Beweise seiner Liebe und Barmherzigkeit; Offenbarung des wahren Charakters Satans: seiner Selbstsucht, Machtgier und Mordlust.
3. Die Menschen motivieren, die Rebellion aufzugeben und der Herrschaft Satans abzusagen und Gott wieder aus Liebe zu ihm gehorsam zu sein.
4. Einen Weg finden, die Schuld der Menschen zu sühnen und ihnen die Gerechtigkeit vor Gott zurückzugeben, ohne sie zu bestrafen, ohne das Gesetz zu ändern und ohne unfair gegenüber Satan zu sein!
5. Veränderung des Wesens der Menschen mit ihrer Einwilligung, ohne Zwang; alle Selbstsucht durch Liebe ersetzen; das Bild Gotte im Menschen wiederherstellen.
6. Befreiung der Menschen vom Tod und dem Verfall, von Krankheiten und allen Leiden; Verleihung des ewigen Lebens.
7. Wiederherstellung der paradiesischen Zustände auf der Erde und der unmittelbaren Begegnung zwischen Gott und den Menschen.
III. Was Gott nicht tun darf
1. Satan, böse Engel und Menschen vernichten:
Gott wäre ein Mörder, Satans Lügen erscheinen als Wahrheit, die treuen Engel würden Angst vor Gott bekommen und irgendwann rebellieren.
2. Zwang ausüben und die Willensfreiheit
missachten, denn die Grundlage von Liebe und Vertrauen ist die Möglichkeit der freien Entscheidung und Wahl.
3. Seine Macht und Autorität sehr herausstellen,
sie erzeugt Angst statt Liebe; (Gott tat es doch manchmal, um Aufmerksamkeit zu gewinnen.)
4. Die natürlichen Folgen der Sünde aufheben:
Gott würde unglaubwürdig, denn er hat vor diesen Folgen gewarnt; er darf das Gesetz von
Ursache und Wirkung nicht aufheben.
IV. Das Vorgehen Gottes zur Erlösung
1. Er beweist seine Vertrauenswürdigkeit durch sein Handeln mit Völkern (Vorhersagen Jesaja 46, 9.10). Er gibt Satan Zeit und Gelegenheiten, bis dieser seine Absichten und Charakter selbst entlarvt.
2. Gott beweist seine Liebe und Barmherzigkeit durch sein Handeln mit Israel (5.Mose 7,7-9) u. durch Jesus, der sein Wesen offenbart (Johannes 3,16) Satan entlarvt sich endgültig durch Tötung Jesu.
3. Die Erkenntnis der Liebe Gottes erweckt Gegen- liebe (oder verhärtet), die zum Gehorsam und Dienst motiviert und die Angst vor Gott und seinem Gericht vertreibt (1.Joh. 4,7-19; 5,3).
4. Gott selbst sühnt die Schuld: Christus nimmt alle Sünde auf sich und stirbt stellvertretend für uns (2.Kor 5,19-21). Wer seine Sünden bekennt und aufgibt, erfährt Vergebung (1.Joh. 1,8 - 2,2).
5. Christus befreit (durch den Heiligen Geist) alle, die es wollen, von sündigen Gewohnheiten und verändert ihren Charakter zur Christusähnlichkeit (Joh. 8,34-36; 1.Kor. 6,9-11; Gal. 5,22).
6. Bei der Wiederkunft Christi werden alle treuen Nachfolger Jesu verwandelt bzw. vom Tode auferstehen; sie erhalten einen unsterblicher Körper (1.Kor 15,51-55; 1.Thess. 4,13-17).
7. Nachdem am Ende im Gericht alle Fragen beantwortet sind und Gott gerechtfertigt ist, erneuert er die Erde und macht sie zur Wohnstätte für sich und die Menschen (Offenb. 21,1-5).
V. Anforderungen an den Erlöser
1. Er muss Gottes Charakter getreu darstellen in einer Weise, die die Menschen und die Engel verstehen und begreifen können. Dazu muss er mit Gott wesensgleich sein.
2. Er muss uns Menschen gleich werden, um sich uns verständlich zu machen, unser Stellvertreter zu werden und Satan in seinem eigenen Herrschaftsbereich zu begegnen.
3. Er muss selbst sündlos bleiben und beweisen, dass die Menschen aus der Kraft Gottes gehorsam sein können und nicht zur Sünde gezwungen werden können.
4. Er muss alle Sünden auf sich nehmen und die Strafe dafür (den ewigen oder 2.Tod) erleiden. Sein Opfer muss dem göttlichen Gesetz gleichwertig sein, d. h. der Gesetzgeber selbst muss stellvertretend für alle sterben.
5. Der Erlöser muss die Macht haben, uns von der Gebundenheit an Satan und sündige Gewohnheiten befreien zu können. Er muss also mächtiger sein als Satan und uns auch von den Folgen der Sünde befreien können.
6. Er darf nicht tot bleiben, sondern muss vom Tod auferstehen, um vor dem Universum als unser Mittler, Bürge und Fürsprecher aufzutreten; Zugleich würde er so die Möglichkeit einer Auferstehung vom Tode beweisen.
7. Um uns aufzuerwecken und alles neu zu schaffen, muss er schöpferische Kraft besitzen, also Gott gleich sein.
Nur Christus erfüllt alle diese Anforderungen!
VI. Anforderungen an uns Menschen
1. Um Gott vertrauen und lieben zu können, müssen wir sein Wesen kennen lernen, indem wir uns intensiv bemühen, Jesus Christus persönlich kennen zu lernen (Joh. 17,3).
2. Aufgrund unserer Gotteserkenntnis sollen wir unser volles Vertrauen auf Jesus Christus und Gottvater setzen (Apg. 16,30.31; Glaube bedeutet im eigentlichen Sinn Vertrauen).
3. Wenn wir Gott wirklich kennen, können wir Gott und Jesus Christus über alles lieben (Matthäus 22,37.38; 1.Joh. 4,7.8.16.19).
4. Wir müssen uns entscheiden, Jesus Christus nach zu folgen und ihm gehorchen (Joh. 8,12); wir müssen uns seiner Herrschaft ausliefern und uns von ihm verändern lassen (1.Joh. 2,3)
Gottes Vorgehen bei der Erlösung der Menschen
Viele Menschen verstehen Gottes Handeln zur Erlösung der Menschen nicht. Es erscheint ihnen unlogisch, vielleicht gar willkürlich und sie fragen, warum Gott es nicht anders macht. Hätte Gott es überhaupt anders machen können? Er hatte bereits vor der Schöpfung einen Plan zur Erlösung der Menschen gelegt, falls sie von ihm abfallen sollten (Eph. 1,3-12). Dieser Plan ist keineswegs willkürlich. Gottes Vorgehen ergibt sich fast zwangsläufig aus den Folgen des Sündenfalles. Wenn wir die eigentlichen Probleme nicht berücksichtigen, kommen wir auf falsche Lösungen. So ist es auch bei der Erlösung der Menschen.
Die Folgen des Sündenfalls
Die Folgen, die aus dem Mangel an Vertrauen und Liebe der ersten Menschen gegenüber Gott entstanden, sind sehr umfassend. Sie ergeben sich zwangsläufig auseinander. Wie können wir diese Folgen beseitigen? Wir können das gar nicht! Wenn es dazu überhaupt eine Chance gibt, kann nur Gott selbst das schaffen.
Anforderungen an Gott
Welche Anforderungen stellen diese Folgen an Gott, wenn er sie beseitigen will? Das können wir logisch aus den Problemen ableiten. Welche dieser vielen Anforderungen sind für Gott leicht zu erfüllen? Punkte 6 und 7, denn sie sind allein durch seine Schöpfermacht möglich. Wie gewinnt man aber das Vertrauen und die Liebe eines rebellischen Kindes zurück und bewegt es wieder zum Gehorsam aus Liebe? Das ist sehr schwierig, selbst für Gott. Es gibt dazu kein Patentrezept, da die Willensfreiheit der Menschen eine entscheidende Rolle spielt. Auf keinen Fall führen Druck oder der Einsatz von Macht und Autorität zu einem Gehorsam, der von Liebe motiviert ist.
Was Gott dabei nicht tun darf
Wenn Gott sein Ziel erreichen und sich selbst treu bleiben will, darf er bestimmte Dinge nicht tun, wie wir das bereits beim Studium der Rebellion Satans erkannt haben . Dies erklärt im Wesentlichen, warum Gott das Böse mit all seinen leidvollen Auswirkungen in dieser Welt noch zulässt. Es kann erst beseitigt werden, wenn die in den Punkten 3 bis 5 Voraussetzungen tatsächlich gegeben sind.
Gottes Vorgehen bei der Erlösung
Die umseitige Übersicht gibt unter IV. einen kurzen Überblick, wie Gott die Anforderungen zur Lösung der Folgen des Sündenfalls tatsächlich erfüllt hat. Wir haben gesehen, dass die Rebellion Satans und der Ungehorsam der ersten Menschen selbst Gott vor fast unlösbare Schwierigkeiten stellte. Gott konnte sie überhaupt nur lösen, weil er im Team arbeitet: Gott der Vater, der Sohn Gottes und der Heilige Geist wirken zusammen mit dem Ziel der Rechtfertigung Gottes und unserer Erlösung (Eph 1,3-14). Sie übernehmen dabei unterschiedliche Rollen und Aufgaben (siehe insbesondere Punkte 4 und 5).
So wie sich die Folgen des Sündenfalls auseinander ergeben haben, so vollziehen sich die einzelnen Schritte der Erlösung notwendigerweise nacheinander: zuerst müssen wir Gott wieder aus Liebe gehorchen und verändert worden sein, bevor wir auf der neuen Erde ewig leben können.
Anforderungen an einen Erlöser
Die Erlösung ist nur möglich durch einen Mittler, der die beiden entfremdeten Parteien wieder versöhnt. Welche Anforderungen an ihn gestellt werden, können wir aus den Anforderungen an Gott (Spalte II) logisch schlussfolgern. So ergeben sich die Punkte in Spalte V. Wir erkennen daraus: Der Erlöser muss Gott gleich sein (Punkte 1 und 7), uns Menschen gleich werden, sündlos bleiben und für uns sterben (Punkte 2 bis 4), vom Tode auferstehen (Punkt 6) und mächtiger als Satan sein (Punkt 5). Im ganzen Universum erfüllt nur einer diese Anforderungen: der Sohn Gottes, der Mensch wurde. Mit ihm müssen wir uns eingehend beschäftigen.
Anforderungen an uns Menschen
Aus dem Dargestellten ergibt sich auch klar, welche Anforderungen an die Menschen gestellt werden, die die Erlösung Gottes erfahren wollen (siehe unter VI. der Übersicht). Es kommt nicht darauf an, dass wir uns selbst bessern (das schaffen wir nur äußerlich), sondern dass wir Gott durch Jesus Christus besser kennen lernen (Joh 14,7; 17,3), damit wir Vertrauen zu ihm fassen, ihn lieben lernen und von seinem Geist verändert werden, sodass wir ihm wieder aus Liebe gehorsam sein wollen. Zunächst müssen wir uns also intensiv mit den Berichten über Jesu Leben und Wirken in der Evangelien befassen (Joh 20,31).